Schleimhauttransplantat
Synonym: Gingivatransplantat, subepitheliales Bindegewebstransplantat (SBT) · Englisch: mucosa membrane transplant
Schleimhauttransplantat: Ein mikrochirurgisches Verfahren, das vorwiegend in der Parodontologie zur Bedeckung frei liegender Zahnwurzelabschnitte (Gingivarezessionen) angewendet wird. Mit einem speziellen "Schleimhauthobel" (Mukotom, Abbildung) wird aus der Gaumen- oder Wangenschleimhaut ein dünnes Stück (< 1 mm Dicke) Mukosa in entsprechender Größe entnommen und damit der Defekt abgedeckt. Es handelt sich um ein autologes, freies Bindegewebstransplantat, auch als "freies Schleimhauttransplantat" oder Thiersch-Lappen bezeichnet. Das Transplantat wird an seiner Zielstelle fixiert (z. B. mit Gewebeklebern oder feinen Nähten) und nach einigen Tagen von Epithelzellen aus der Nachbarschaft besiedelt, wodurch es schließlich vollständig bedeckt wird. Es entsteht eine neue, feste Gingiva, die nur unwesentliche Farbunterschiede zum benachbarten Zahnfleisch aufweist. Die Heilungsaussichten und die Dauerhaftigkeit dieses Verfahrens werden unterschiedlich beurteilt, wobei in jüngster Zeit die positiven Ergebnisse überwiegen. Dies gilt jedoch nur bei konsequenter Beseitigung der ursprünglichen Störfaktoren (falsches Zähneputzen, Überbelastung, Schleimhautbänder), da das Ergebnis sonst kaum dauerhaft ist. Bei größeren Transplantationen (z. B. Mundvorhofplastik) kommen auch gestielte Schleimhautransplantate zum Einsatz.