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Gingivarezession

Synonym: Zahnfleischrückgang, Zahnfleischschwund · Englisch: gingival recession

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Gingivarezession bezeichnet den Rückgang des Zahnfleischgewebes in Richtung der Wurzeloberfläche, wodurch Teile der Zahnwurzel sichtbar werden. Dieser Prozess kann sowohl ästhetische als auch funktionelle Probleme verursachen, wie Überempfindlichkeit der Zähne, ein erhöhtes Kariesrisiko im Wurzelbereich und parodontale Instabilität.

Ursachen

  • Mechanische Faktoren: Falsche Zahnputztechniken, insbesondere mit harter Zahnbürste und zu viel Druck, führen häufig zu rezessiven Defekten.
  • Parodontalerkrankungen: Chronische Parodontitis kann den Abbau des Zahnhalteapparates fördern.
  • Anatomische Prädispositionen: Dünner Gingivabiotyp oder knöcherne Dehiszenzen erhöhen die Anfälligkeit für Rezessionen.
  • Traumatische Einflüsse: Verletzungen durch Piercings, kieferorthopädische Bewegungen oder prothetische Versorgungen.

Miller-Klassifikation Die Einteilung nach Miller (1985) beschreibt die Schwere der Gingivarezession und deren Prognose für eine chirurgische Deckung:

  • Klasse I: Rezessiver Defekt ohne Verlust des interdentale Knochens oder Weichgewebes. Vollständige Deckung möglich.
  • Klasse II: Rezessiver Defekt mit Verlust des interdentale Knochens, aber ohne sichtbare Lücke im interdentalen Bereich. Vollständige Deckung möglich.
  • Klasse III: Rezessiver Defekt mit interdentale Gewebeverlust, der die vollständige Deckung einschränkt.
  • Klasse IV: Ausgeprägter Gewebeverlust, vollständige Deckung nicht möglich.

Biologische Breite Die Gingivarezession kann mit der biologischen Breite in Zusammenhang stehen, einem konstanten Abstand von etwa 2 mm zwischen dem Zahnhals und dem alveolären Knochen. Veränderungen dieser Breite durch chirurgische oder prothetische Eingriffe können Rezessionen begünstigen.

Therapie

  • Nicht-chirurgisch: Optimierung der Mundhygiene und Schonung der Gingiva.
  • Chirurgisch: Maßnahmen wie koronaler Verschiebelappen, Bindegewebstransplantation oder regenerative Verfahren werden je nach Schweregrad und Ästhetikanforderungen eingesetzt.

Die Prävention von Gingivarezessionen umfasst eine schonende Mundhygiene, die Vermeidung von Überbelastungen und die frühzeitige Behandlung prädisponierender Faktoren.