Furkationsbefall
Synonym: Furkationsläsion · Englisch: furcation involvement
Furkationsbefall bezeichnet die pathologische Beteiligung der Zahnwurzelgabelung (Furkation) bei mehrwurzeligen Zähnen infolge einer Parodontalerkrankung, typischerweise im Rahmen einer fortgeschrittenen Parodontitis. Dabei kommt es zu einem fortschreitenden Verlust des Zahnhalteapparates (Attachmentverlust), wodurch die Furkationsregion für pathogene Bakterien zugänglich wird.
Der Schweregrad des Furkationsbefalls wird klinisch in verschiedene Grade eingeteilt:
- Grad I: Die Furkation ist tastbar, aber noch nicht oder nur geringfügig penetrierbar.
- Grad II: Die Furkation ist teilweise penetrierbar, jedoch ohne vollständige Durchgängigkeit.
- Grad III: Die Furkation ist vollständig durchgängig (Tunnelierung), jedoch von Weichgewebe bedeckt.
- Grad IV: Vollständige Durchgängigkeit mit freiliegender Furkation aufgrund von Gewebsverlust.
Ein Furkationsbefall stellt besondere Herausforderungen in der Diagnostik, Therapie und Prognose dar. Diagnostisch werden Sondierung, Röntgendiagnostik und gegebenenfalls 3D-Bildgebungsverfahren (z. B. DVT) eingesetzt, um das Ausmaß der Läsion zu bestimmen.
Therapeutisch reichen die Optionen von konservativen Maßnahmen wie gründlicher Reinigung der Furkationsregion mittels Scaling und Root Planing bis hin zu chirurgischen Verfahren wie resektiver Therapie, Furkationseröffnung oder Regenerationstechniken (z. B. gesteuerte Geweberegeneration, GTR). Bei starkem Gewebeverlust kann die Extraktion des betroffenen Zahnes indiziert sein.
Prognostisch ist der Furkationsbefall oft ungünstig, da die Reinigung der Furkationsregion sowohl für den Patienten als auch für den Behandler erschwert ist. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um den Erhalt der betroffenen Zähne möglichst lange zu gewährleisten.