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Zahnbewegungen

Synonym: orthodontische Zahnbewegung, Zahnstellungskorrektur · Englisch: tooth movements

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Zahnbewegung in der Kieferorthopädie umfasst gezielte, dosierte Maßnahmen zur Veränderung der Zahnstellung im dreidimensionalen Raum. Sie erfolgt durch die Einwirkung mechanischer Kräfte, die mithilfe herausnehmbarer oder festsitzender Apparaturen übertragen werden. Dabei sind folgende Grundbewegungen möglich:

  • Kippbewegung der Zahnkrone (Tipping Movement): Durch Kraftanwendung an der Zahnkrone, etwa mittels Labialbögen oder Protrusionsfedern, kippt die Krone kontrolliert, während die Zahnwurzel nur minimal bewegt wird. Solche Bewegungen sind vergleichsweise einfach mit herausnehmbaren Geräten durchführbar.
  • Kippbewegung der Zahnwurzel (Torque Movement): Hierbei bleibt die Zahnkrone in ihrer Ausgangsstellung, während die Wurzel durch eine Drehkraft gekippt wird. Dies wird durch die Verspannung eines Vierkantbogens in festsitzenden Brackets erreicht. Die größte Bewegung erfolgt an der Wurzelspitze. Unsachgemäß dosierte Kräfte können jedoch Wurzelresorptionen verursachen.
  • Körperliche Zahnbewegung (Bodily Movement, Translation): Bei dieser anspruchsvolleren Bewegung erfolgt eine parallele Verschiebung von Zahnkrone und Wurzel, um Zahnlücken regulär zu schließen und Kippungen benachbarter Zähne zu vermeiden. Sie erfordert festsitzende Apparaturen mit Brackets und Vierkantbögen.
  • Vertikale Zahnbewegung (Extrusion und Intrusion): Eine kontrollierte Verschiebung eines Zahnes in vertikaler Richtung dient der Nivellierung der Zahnreihe. Diese Bewegungen sind nur mit festsitzenden Apparaturen realisierbar, indem spezielle Biegungen des Drahtbogens vorgenommen werden.
  • Rotationsbewegung (Rotary Movement): Eine Drehung eines Zahnes um seine eigene Längsachse kann notwendig sein, um funktionelle oder ästhetische Korrekturen durchzuführen. Leichte Rotationen im Frontzahnbereich lassen sich mit herausnehmbaren Geräten behandeln, während stärkere Rotationen und Seitenzahnkorrekturen festsitzende Apparaturen erfordern. In ausgeprägten Fällen kommen zusätzliche Metallbänder und Gummizüge zum Einsatz.

Jede Zahnbewegung erfordert eine präzise biomechanische Planung, um unerwünschte Nebenwirkungen und mögliche Wurzelresorptionen zu vermeiden.