Ozon
Englisch: ozone
Ozon ist naszierender (“aggressiver”) Sauerstoff, der aus drei Atomen besteht (normaler Sauerstoff: 2). Es zerfällt leicht in normalen Sauerstoff und ein einzelnes Sauerstoffatom, das rasch eine neue Bindung sucht. Ozon ist neben Fluor das stärkste bekannte Oxidationsmittel und oxidiert alle Metalle außer Edelmetallen sofort. Eine Ozon-bedingte keimtötende Wirkung (bakterizid, fungizid und viruzid) wird in der Zahnheilkunde zum Desinfizieren von Wurzelkanälen, entzündeten Zahnfleischtaschen, infizierten Wunden und Aphthen vereinzelt eingesetzt. Dadurch soll die Gabe von Antibiotika oder anderen Medikamenten überflüssig gemacht werden. Außerdem wird Ozon zur Wasserdesinfektion in Behandlungseinheiten verwendet. Es ist bisher keine Resistenzbildung der Mikroorganismen oder die Auslösung allergischer Reaktionen durch Ozon bekannt geworden. Durch den gasförmigen Zustand ist es auch einfacher, schwer zugängliche Hohlräume zu erreichen als mit Flüssigkeiten oder Pasten. Alle künstlichen Lichtquellen oder Spannungsentladungen (z. B. Funken oder Blitze) erzeugen als Nebenprodukt aus dem Luftsauerstoff Ozon. Zur Entkeimung von Bade- oder Trinkwasser gibt es Ozongeneratoren, meist auf der Basis von Funkenentladung. Da die Luft als Ausgangsmedium verwendet wird, erfolgt immer eine Beimischung mit Stickoxiden. Wird reiner Sauerstoff als Ausgangsstoff genutzt, spricht man von “medizinischem Ozon”, das für systemische Applikationsformen (z. B. “Ozon-Eigenblutbehandlung”) verwendet wird. In der Zahnmedizin kommen Geräte wie UltraOzone (<500ppm O₃) und HealOzone (2100ppm) zum Einsatz. Als Einsatzgebiet werden vor allem “nicht behandelbare” Kinder genannt.