Instrumentendesinfektion
Synonym: Instrumentensterilisation
Instrumentendesinfektion unter dem Gesichtspunkt hygienischer Risikofaktoren: Zahnärztliche Behandlungsinstrumente werden nach Spaulding (J. Hosp. Res. 1972; 9: 5–31) unter hygienischen Gesichtspunkten in Risikofaktoren eingeteilt.
Kritische Instrumente weisen ein hohes Infektionsrisiko durch kontaminierte Instrumente auf. Sie werden in normalerweise sterilen anatomischen Bereichen wie Organen und der Blutbahn verwendet. Beispiele sind Nadeln, Skalpelle, Implantate und Dialysemembranen. Diese Instrumente müssen sterilisiert werden, mit wenigen Ausnahmen, bei denen eine high level Desinfektion ausreichend ist.
Semikritische Instrumente haben ein geringeres Infektionsrisiko durch kontaminierte Instrumente. Sie werden in nicht sterilen Bereichen verwendet, die typischerweise Schleimhautoberflächen enthalten. Beispiele sind Endoskope, Endotrachealtubus und Spekula. Diese Instrumente benötigen eine high level Desinfektion; für gewisse Instrumente ist auch eine Sterilisation einfacher möglich. Alternativen wie chemisch-thermische Desinfektion oder Dampfdesinfektion sind ebenfalls möglich.
Nicht kritische Instrumente haben ein geringes Infektionsrisiko, da sie nur mit intakter Haut in Kontakt kommen. Beispiele sind Gesichtsmaske, Blutdruckmanschette und EKG-Elektroden. Diese Instrumente erfordern eine Reinigung mit Wasser und Detergentien sowie eine low level Desinfektion, falls eine Kontamination durch Körperflüssigkeiten vorliegt.
Flussdiagramme: (© Copyright by Arbeitskreis Qualität Oktober 2003)
Ab 2006 gelten in Deutschland entsprechende RKI-Empfehlungen, wobei "Semikritische Produkte" nochmals in Gruppe A und Gruppe B unterteilt werden. Näheres unter Hygiene.
Hinweis: Zu diesem Artikel gehört in der Quelle eine Tabelle. Die Tabellendaten werden in einer späteren Ausbaustufe ergänzt.
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