Röntgendiagnostik Digital
Synonym: Digitale Röntgendiagnostik, digitale Radiographie, digitale Röntgenbildgebung, digitale Röntgenuntersuchung · Englisch: digital radiodiagnostics
Röntgendiagnostik umfasst digitale Röntgentechniken wie die digitale Lumineszenzradiographie und Radiovisiographie, die zu den jüngeren diagnostischen Verfahren gehören. 1986 wurde der Begriff „Radiovisiographie“ in die zahnärztliche Röntgendiagnostik eingeführt. Unter digitaler Röntgendiagnostik versteht man die Erfassung von Bildinformationen in einem digitalen Datensatz, der mit Hilfe der Datenverarbeitung bearbeitet und dargestellt werden kann. Grundsätzlich unterscheidet sich digitales Röntgen von der konventionellen Methode nur durch das Messgerät, den Bildempfänger (Sensor). Die Röntgenstrahlung bleibt, wenn auch in geringerem Umfang, erhalten. Beim konventionellen Film erfolgt die Messung über die Induktion einer chemischen Reaktion, bei der Silberbromid zu metallischem Silber reduziert wird. Im Gegensatz dazu wandeln digitale Systeme Röntgenstrahlung entweder direkt oder indirekt in elektrische Ladungen um, oder die Informationsspeicherung erfolgt auf fluoreszierenden Folien, deren analoge Signale in einem weiteren Schritt digitalisiert werden (nach J. Fleiner, Freiburg). Ein Nachteil der digitalen Röntgendiagnostik sind die sogenannten zervikalen Burnout-Effekte an metallischen Rekonstruktionen (Metallfüllungen, -kronen). Diese, auch als Aufhärtungsartefakte bezeichneten Veränderungen, können dem Betrachter eine (zirkuläre) Karies vorgaukeln und so die Kariesdiagnostik erschweren. In jüngerer Zeit (2012) gibt es Bestrebungen, das DICOM-Format auch in der Zahnarztpraxis für digitale Röntgenbilder verpflichtend einzuführen. DICOM ist ein offener Standard zur Speicherung und zum Austausch von Informationen im medizinischen Bilddatenmanagement.