Kieferhöhlenperforation
Synonym: Kieferhöhleneröffnung, Mund-Antrum-Verbindung, MAV · Englisch: (maxillary) antrum perforation
Eine Kieferhöhlenperforation beschreibt den offenen Zugang zwischen der Mundhöhle und der Kieferhöhle. Dies birgt die Gefahr einer Infektion der Kieferhöhle (Sinusitis) und das Risiko, dass Nahrung in die Kieferhöhle gelangt und verschluckt wird. Die Diagnose erfolgt häufig durch den sogenannten Nasenblasversuch: Dabei wird die Körperluft bei zugehaltenen Nasenflügeln in die Nase gepresst; tritt dabei Luft aus der Mundhöhle aus, liegt eine Kieferhöhlenperforation (MAV) vor.
Allerdings ist dieser Test bei einer lediglich dünnen, aber noch geschlossenen Kieferhöhlenschleimhaut problematisch, da diese durch den Druck des Tests reißen kann. Eine schonendere Methode ist das vorsichtige Einführen und Abtasten mit einer stumpfen Sonde (z. B. einer Knopfsonde, englisch: "olive probe").
Häufige Ursachen für eine Kieferhöhlenperforation sind iatrogene (durch medizinische Eingriffe verursachte) Eröffnungen, insbesondere bei oberen Backenzähnen mit langen Wurzeln und/oder einer großen Kieferhöhle. Auch Komplikationen oder unsachgemäß durchgeführte Operationen im Oberkieferbereich können dazu führen.
Kleine Kieferhöhlenperforationen heilen in der Regel von selbst ab. Größere Perforationen erfordern jedoch eine plastische Deckung, die durch eine Periostschlitzung ("Rehrmann-Lappen") im Rahmen einer sogenannten Kieferhöhlenplastik erfolgt.