Infiltrationsanästhesie
Synonym: lokale Schmerzausschaltung · Englisch: infiltration anaesthesia
Infiltrationsanästhesie ist auch unter den Begriffen terminale Anästhesie, "örtliche Betäubung" oder "Spritze" bekannt und stellt eine Unterform der Lokalanästhesie dar. Durch das Einbringen eines Lokalanästhetikums unter die Schleimhaut in das Gebiet der Wurzelspitze eines Zahnes erfolgt eine Blockade der feinen afferenten Nervenbahnen, die durch den Knochen hindurch mittels Diffusion der Lösung erreicht wird. Dabei spricht man auch von einer "pulpalen Infiltrationsanästhesie".
In der Zahnheilkunde gilt die Infiltrationsanästhesie als das Standard-Betäubungsverfahren im Oberkiefer und im Unterkiefer bis zum Zahn 5 (2. kleiner Prämolar), ebenso im gesamten Milchgebiss. Eine Betäubung der Molaren im Unterkiefer ist aufgrund der Kompaktheit des Kieferknochens, bei der keine Knochendiffusion möglich ist, nur mit einer Leitungsanästhesie und/oder anderen Techniken (z. B. intraligamentäre Anästhesie) zu erreichen.
In der Regel werden der betroffene Zahn und die beiden Nachbarzähne betäubt, als Folge der lokalen Infiltration. Weitere Informationen zum Wirkungseintritt finden sich unter Lokalanästhesie.