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Zungenkarzinom

Synonym: Linguales Plattenepithelkarzinom, Zungenkrebs, Mundhöhlenkarzinom · Englisch: carcinoma (cancer) of the tongue

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Zungenkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Zunge, der in den meisten Fällen als Plattenepithelkarzinom auftritt. Es betrifft überwiegend Männer und ist häufig mit bestimmten Risikofaktoren assoziiert, darunter chronische Entzündungen, Leukoplakien, Alkohol- und Tabakkonsum (insbesondere Pfeifenrauchen) sowie Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV).

Lokalisation und Verbreitung Das Karzinom tritt bevorzugt am Zungenrand auf, seltener am Zungenrücken oder Zungengrund. Aufgrund der ausgeprägten Durchblutung und Lymphversorgung der Zunge kommt es häufig schon in frühen Stadien zu einer Metastasenbildung in den regionären Lymphknoten.

Symptomatik und Diagnose Ein Zungenkarzinom äußert sich typischerweise durch schmerzlose, anhaltende Veränderungen der Zunge, wie Verhärtungen, Ulzerationen oder nicht abheilende Wunden. Jede atypische Veränderung, die länger als 14 Tage besteht, sollte durch eine histologische Untersuchung mittels Probeexzision abgeklärt werden.

Therapie Die Therapie des Zungenkarzinoms umfasst:

  • Chirurgische Entfernung des Tumors: Bei frühzeitiger Diagnosestellung kann eine vollständige Resektion des Tumors erfolgen.
  • Lymphknotenausräumung (Neck Dissection): Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit für Lymphknotenmetastasen ist diese Maßnahme essenziell für eine erfolgreiche Behandlung.
  • Strahlentherapie und/oder Chemotherapie: Ergänzende Maßnahmen, insbesondere bei fortgeschrittenen Tumoren oder inoperablen Fällen.

Prognose Die Prognose hängt maßgeblich vom Zeitpunkt der Diagnosestellung ab. Frühzeitig erkannte und konsequent behandelte Zungenkarzinome haben aufgrund der kombinierten chirurgischen und adjuvanten Therapien gute Erfolgsaussichten.

Prävention und Früherkennung Risikopatienten (z. B. Raucher, Alkoholgenuss) sollten regelmäßig zur Früherkennung untersucht werden. Atypische Veränderungen der Mundschleimhaut oder der Zunge müssen ernst genommen und zügig diagnostisch abgeklärt werden.