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Zungengrund

Synonym: Hinterer Zungenbereich, Radix linguae · Englisch: tongue base

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Der Zungengrund ist der rückwärtigste, unbewegliche Teil der Zunge, der sich bis zur Epiglottis (Kehldeckel) erstreckt. Er bildet die Verbindung zwischen der Zunge und dem übrigen Mund- und Rachenraum und hat eine wichtige anatomische und funktionelle Bedeutung.

Anatomische Merkmale:

  1. Wallpapillen (Papillae vallatae):
  • Die warzenförmigen Wallpapillen befinden sich in einer V-Formation am Übergang vom beweglichen Zungenkörper zum Zungengrund.
  • Sie sind mit zahlreichen Geschmacksknospen ausgestattet und spielen eine zentrale Rolle bei der Wahrnehmung von bitteren Geschmacksreizen.
  1. Lymphatisches Gewebe:
  • Der Zungengrund enthält die Zungengrundtonsille (Tonsilla lingualis), ein lymphatisches Organ, das Teil des Abwehrsystems im Mund-Rachen-Raum ist.
  • Dieses Gewebe schützt vor pathogenen Keimen, die durch die Mundhöhle eindringen.
  1. Schleimdrüsen:
  • Zahlreiche kleine Schleimdrüsen sorgen für die Befeuchtung und Schmierung des Rachenraums und unterstützen den Schluckvorgang.
  1. Foramen caecum linguae:
  • Am Zungengrund liegt das Foramen caecum linguae, eine Vertiefung, die den Überrest des embryonalen Ductus thyroglossus darstellt, einer Struktur, die während der Entwicklung zur Schilddrüse führt.

Funktion: Der Zungengrund ist an mehreren lebenswichtigen Prozessen beteiligt:

  • Unterstützung des Schluckens durch die Koordination mit dem Rachen und der Epiglottis.
  • Schutzfunktion durch die Tonsilla lingualis im Rahmen der Immunabwehr.
  • Beteiligung an der Geschmackswahrnehmung durch die Geschmacksknospen der Wallpapillen.

Klinische Relevanz: Erkrankungen oder Schwellungen des Zungengrundes, wie Entzündungen, Tumore oder Hypertrophien der Zungengrundtonsille, können Schluckbeschwerden, Atemprobleme oder Veränderungen der Stimme verursachen. Die genaue Untersuchung des Zungengrundes ist daher ein wichtiger Bestandteil der HNO-Diagnostik.