Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und Organismus
Synonym: Zahn-Organ-Beziehungen, Zahnreflexzonen, ganzheitliche Zahnmedizin · Englisch: dependencies between teeth and organism
Die Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und dem Gesamtorganismus sind ein umstrittenes Konzept, das in der alternativmedizinischen Zahnmedizin vertreten wird. Dabei wird angenommen, dass einzelne Zähne oder Kieferbereiche über Reflexbahnen oder energetische Meridiane mit bestimmten Organen oder Körperregionen in Verbindung stehen und dass Zahnerkrankungen systemische Beschwerden verursachen können.
Nach diesen Hypothesen sollen z. B.:
- Erkrankungen des mittleren rechten Schneidezahns mit Störungen der Stirnhöhle, der Beinmuskulatur, des Kniegelenks, der rechten Niere, der Blase und des Steißbeins korrelieren.
- Störungen im Weisheitszahngebiet Auswirkungen auf den Dünndarm und das Herz-Kreislauf-System haben.
Diese Theorien beruhen unter anderem auf der Störfeldtheorie, die besagt, dass chronische Entzündungen im Zahn-Kiefer-Bereich fernabliegende Beschwerden oder Erkrankungen im Körper auslösen können. Ähnliche Konzepte sind in der Neuraltherapie und der Meridianlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu finden.
Wissenschaftliche Bewertung Bislang gibt es keine wissenschaftlich fundierte Evidenz, die solche Wechselbeziehungen eindeutig belegt. Während unbestritten ist, dass chronische Zahninfektionen (z. B. Parodontitis, dentogene Fokalinfektionen) systemische Auswirkungen haben können – insbesondere auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder rheumatische Erkrankungen – sind die exakten Zusammenhänge der Zahn-Organ-Korrespondenzen bislang nicht wissenschaftlich gesichert.
Daher wird die Thematik aus schulmedizinischer Sicht kritisch betrachtet, während sie in der ganzheitlichen Zahnmedizin und Komplementärmedizin weiterhin diskutiert wird.