Homöopathie
Englisch: homoeopathy, homeopathy
Homöopathie ist eine alternative Heilmethode ohne wissenschaftliches Fundament ("Wer heilt, hat Recht"). Der Name entstammt der altgriechischen Übersetzung des lateinischen "similis" = griechisch "homoios". Es handelt sich um eine wissenschaftlich wenig belegte Lehrmeinung, die auf der Hippokratischen These basiert, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt wird (similia similibus curentur = Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden).
Samuel Hahnemann, ein Arzt aus Köthen bei Dessau, entdeckte 1790 durch einen Selbstversuch mit Chinarinde das Wirkungsprinzip der Homöopathie, das Ähnlichkeitsprinzip. Die richtig gewählte homöopathische Arznei soll nach diesem Prinzip die "Lebenskraft" (in etwa mit Immunabwehr übersetzbar) als ordnende und heilende Kraft im Organismus anregen und so zur Heilung führen. Die Homöopathie versteht sich als "Reiztherapie", die die Selbstheilungskräfte von Körper und Geist aktiviert.
Der Vorteil einer homöopathischen Behandlung besteht nach diesem Verständnis darin, dass der kranke Mensch nur möglichst wenig schulmedizinische Arzneimittel einnehmen muss, da diese auch immer eine Reihe von Nebenwirkungen haben. Ein Placebo-Medikament hingegen hat objektiv keine Nebenwirkungen.
Die homöopathischen Ausgangsstoffe (Urtinkturen) stammen vor allem aus dem Pflanzen- und Tierreich sowie aus dem Bereich der Metalle und Mineralien (z.B. 70 Prozent der etwa 1.600 Mittel, die die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) in Karlsruhe herstellt, sind pflanzlich). Die Wirkungsweise der Homöopathie konnte bislang – immerhin schon seit 200 Jahren – in wissenschaftlichen Überprüfungen nicht nachvollzogen werden. Es existieren keine nennenswerten kontrollierten Studien, weshalb von einer "Placebo-Hypothese" gesprochen wird. Besonders die Höhe der Verdünnung eines Stoffes nach homöopathischen Grundsätzen (z.B. 1 Teil Ursubstanz + 9 Teile Lösungsmittel = D1; D9 = 1 Teil Ursubstanz in 1.000.000.000 Teilen Lösungsmittel) lässt kaum noch an die Anwesenheit dieser Substanz im Medikament glauben. Auch die Behauptung, diese Substanz habe durch gekonntes "Verschütteln" dem Lösungsmittel die Wirkung "aufgeprägt", ist nur schwer nachvollziehbar.
Trotzdem gibt es Wirksamkeiten einzelner homöopathischer Mittel, ohne dass die wissenschaftlichen Zusammenhänge bekannt sind. Heuschnupfen soll sich beispielsweise gut homöopathisch behandeln lassen. Viele schulmedizinisch orientierte Forscher erkennen Studien nicht als Nachweis für die Heilkraft der Homöopathie an und verweisen auf das Fehlen randomisierter, kontrollierter Doppelblindstudien. In solchen Studien wird die zu prüfende Methode mit einem Scheinmedikament verglichen, seltener auch mit der bis dahin üblichen Standardtherapie. Die Patienten werden dabei randomisiert, das heißt, sie werden nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Therapieformen zugewiesen. Weder Probanden noch Ärzte wissen, wer welche Behandlung erhält. Nach diesen Kriterien gibt es bislang noch keine randomisierten, kontrollierten Studien, die belegen, dass Homöopathie wirksamer ist als ein Placebo.