Kiefergelenkarthrose
Synonym: Kiefergelenksankylose · Englisch: mandibular joint arthrosis, ankylosis
Die Kiefergelenkarthrose kann einseitig ("Mundschiefstand") oder an beiden Kiefergelenken auftreten. Dabei handelt es sich meist um eine schmerzlose Veränderung des Gelenks, die mit einer mehr oder weniger starken Einschränkung der Mundöffnung einhergeht, bis hin zur vollständigen Kieferklemme. Ursächlich ist bei einer Arthrose in der Regel nicht primär eine Schädigung des Gelenkknochens, sondern des Gelenkknorpels (Diskus). Diese Schädigung kann die Folge von Verletzungen, häufigen Kieferverrenkungen (Luxationen), angeborenen Fehlbildungen, Entzündungen des Kiefergelenks oder chronischen Entzündungen sein.
Die eingeschränkte Mundöffnung entsteht durch eine Schonhaltung mit einer Abweichung zum erkrankten Gelenk hin (sogenannte Bonnet-Schonstellung). Zudem äußert sich die Arthrose individuell unterschiedlich durch Reibegeräusche, Knacken oder Knirschen beim Öffnen und Schließen des Mundes. Begleitsymptome können Karies und Zahnfleischerkrankungen sein, da die Mundhygiene und die natürliche Selbstreinigung durch den Kauakt beeinträchtigt sind.
Kiefergelenkarthritis Im Gegensatz dazu führt eine Kiefergelenkarthritis infolge einer akuten Entzündung zu Schmerzen im Kiefergelenk, insbesondere bei Öffnungsbewegungen. Zusätzlich können Kopf- oder Ohrenschmerzen auftreten, wobei die Bonnet-Schonstellung stärker ausgeprägt ist. Die Nahrungsaufnahme ist dabei häufig erheblich erschwert.
Behandlung Die primäre Behandlung erfolgt in der Regel durch den Einsatz von Aufbiss-Schienen. In neuerer Zeit werden jedoch zunehmend minimal-invasive Eingriffe in Form einer Arthroskopie durchgeführt, um Schmerzen zu lindern oder zu beseitigen. Dies wird insbesondere dann in Erwägung gezogen, wenn die Therapie mit Schienen oder Physiotherapie nicht erfolgreich ist.
Schlagwörter