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Spee Kurve

Synonym: Speesche Kurve · Englisch: Spee's curve, sphere of Spee

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Spee-Kurve (nach Ferdinand Spee, Anatom, 1855–1937; 1890 in die ZHK eingeführt) ist eine (sagittale) Okklusionskurve bzw. Kompensationskurve und beschreibt den bogenförmigen Verlauf der Okklusionsebene im eugnathen Gebiss. Im Idealfall tangiert sie im virtuellen Verlauf die Vorderfläche des Kiefergelenksköpfchens. Der Mittelpunkt dieser Kurve (Radius zwischen 6,5 und 7 cm, beim Milchgebiss ca. 4,5 cm) liegt in der horizontalen transorbitalen Ebene, genau hinter der Crista lacrimalis. Die Kauflächen der Molaren sind entlang einer Kurve ausgerichtet, die geringere Konvexität als der Oberkieferzahnbogen und größere Konkavität als der Unterkieferzahnbogen aufweist.

Dieses Prinzip wird bei der Anfertigung von Vollprothesen angewendet: Bei einer Vorschubbewegung befinden sich die Kiefergelenksköpfchen und die Okklusionsebene auf der gleichen Kreisbahn. Dies führt dazu, dass die Seitenzähne im ständigen Kontakt bleiben und somit eine Lagestabilisierung des Zahnersatzes erzielt wird.

Monson entwickelte die sogenannte Kalottentheorie (Monson-Kurve, sphere of Monson, späte 1890er Jahre), indem er die Prinzipien der Spee-Kurve mit denen der buccolingualen Verwindungskurve (Wilson-Kurve) kombinierte. Er nahm an, dass die Kauflächen der Seitenzähne auf einer Kugelfläche liegen und die Zahnachsen im Ober- und Unterkiefer im Mittelpunkt dieser Kugel (~ 12 cm Radius) zusammentreffen. Auf dieser Grundlage konstruierte er den Monson-Artikulator ("The Monson Mandibulo-Maxillary Instrument", 1923 patentiert) und stellte darin die künstlichen Backenzähne mit Abrasionskauflächen in Kopfbissstellung entsprechend auf. Er nahm an, so die ideale Kompensationskurve mit einer balancierten Okklusion gefunden zu haben.

Kieferorthopäden bestreiten im Allgemeinen die Notwendigkeit einer Spee-Kurve.