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Habits

Synonym: dumme Angewohnheiten

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Habits sind meist unbewusst ablaufende, destruktive Tätigkeiten, die bestimmte Kiefer- oder Zahnabschnitte besonders belasten und zu Lockerungen oder Schäden an den Zähnen sowie zu Verformungen des Kiefers oder der Bisslage führen können. Bekannte Habits sind:

  • Lang anhaltendes Daumen- oder Fingerlutschen
  • Beißen oder Nuckeln an Trinkflaschen, Beruhigungssaugern oder anderen Gegenständen
  • Einsaugen der Lippen- oder Wangenschleimhaut
  • Lippenbeißen
  • Fehlfunktionen der Zunge beim Schlucken, die zu Zahnfehlstellungen und/oder einer fehlerhaften Beziehung der Zähne von Ober- und Unterkiefer zueinander sowie zu Veränderungen der Bisslage führen können
  • Mundatmung

Die Hauptgruppe, die von Habits betroffen ist, sind Babys und Kinder. Aber auch Erwachsene können damit behaftet sein, beispielsweise durch das Beißen auf Büroklammern oder das Halten von Nägeln oder Nadeln zwischen den Zähnen. Unabhängig davon, ob es sich um einen Daumen, einen Sauger oder einen Nuckel handelt, stört jeder Fremdkörper zwischen den Zähnen das Gleichgewicht des Kausystems. Ob es dabei zu Kieferdeformierungen oder Zahnschäden kommt, hängt von der individuellen Veranlagung sowie von der Intensität, der Dauer und der Krafteinwirkung des Lutschverhaltens ab.

Habits nehmen stark zu, weshalb diesem Thema vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Etwa 50 Prozent aller Kiefer- und Zahnstellungsanomalien sind angeboren oder vererbt. In zehn Prozent der Fälle ist die Ursache unklar. Dagegen sind 40 Prozent der Anomalien erworben, das heißt, sie entstehen durch Fehlverhalten und können durch Aufklärung sowie Verhaltensänderung beeinflusst werden.