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Gleithindernis

Synonym: Gleitbehinderung, Störkontakt, okklusale Interferenz · Englisch: occlusal interference, glide interference

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Ein Gleithindernis bezeichnet eine okklusale Störung im Bereich der Zahnkontakte, die das harmonische Aneinandergleiten der Antagonistenzähne zwischen der zentrischen Okklusion (Zentrik) und der habituellen Interkuspidationsposition (Schlussbissposition) behindert. Solche Störkontakte, auch als okklusale Interferenzen bezeichnet, unterbrechen den natürlichen Bewegungsablauf der Unterkieferbewegung und können zu unphysiologischen Belastungen der Zähne und des Kiefergelenks führen.

Auswirkungen:

  • Hyperbalancen: Gleithindernisse können zu ungleichen Belastungen im Okklusionssystem führen, die als Hyperbalancen bezeichnet werden. Diese beeinträchtigen das Eingleiten in die Zentrik während des Kauakts und belasten die Zähne sowie die umliegenden Strukturen.
  • Bruxismus: Die durch Gleithindernisse verursachten Fehlbelastungen gelten als mögliche Auslöser unbewusster Bruxismusaktivitäten (Zähneknirschen oder -pressen).
  • Funktionsstörungen: In einigen Fällen können diese Störungen langfristig zu Kiefergelenkproblemen, Muskelverspannungen oder Zahnverschleiß führen.

Klinische Beobachtungen: Trotz ihrer potenziellen Auswirkungen werden Gleithindernisse bei mehr als 50 % der Patienten festgestellt, ohne dass dabei funktionelle Störungen auftreten. Dies deutet darauf hin, dass das Kau- und Okklusionssystem bis zu einem gewissen Grad in der Lage ist, derartige Störungen zu kompensieren.

Therapeutische Ansätze: Zur Behandlung von Gleithindernissen können Maßnahmen wie die Beseitigung von Störkontakten (Okklusionskorrektur), Schienentherapie oder zahnärztliche Rekonstruktionen erforderlich sein, insbesondere wenn funktionelle Beschwerden oder Schäden vorliegen.