Bulimie
" Ess-Brech-Sucht "; vom griech. boulimia = "Ochsenhunger"; engl.: bulimia; gestörtes Essverhalten (" Ess-Störung ") mit Heißhungeranfällen u. anschließend absichtlich herbeigeführtem Erbrechen, meist bei jungen Frauen zwischen 15 und 30 Jahren auftretend; seit 1980 als eigenständiges Krankheitsbild medizinisch beschrieben und dadurch gegen die Magersucht (Anorexie) abgegrenzt. Durch das häufige Erbrechen, aber auch durch spezielle Ernährungsgewohnheiten (z.B. viel saures Obst) und die zum Teil übertriebene Mundhygiene, um den Atemgeruch zu überdecken, kommt es zu einem erheblichen Verlust der Zahnhartsubstanz (erosionsbedingte Zahnschäden). Abgesehen von den Folgen, die dies aus zahnärztlicher Sicht hat, stellen die immer unansehnlicher werdenden Zähne auch eine massive psychische Belastung für die Betroffenen dar und tragen zur Verschlimmerung der Grunderkrankung bei. Zahnärztliche Symptome sind z.B. Zahnerosionen, Speicheldrüsenschwellung und trockene, rissige Lippen. Untersuchungen zeigen, dass bei zehn Prozent der Mädchen und zwei Prozent der Jungen bulimische Verhaltens- und Denkweisen festzustellen; vor allem bei der B. ist das Alter der Ersterkrankten um etwa drei Jahre auf 15- bis 16-Jährige gesunken (2005). Risikofaktoren für Essstörungen sind u.a. ein instabiles Selbstwertgefühl sowie ein ausgeprägtes Schlankheitsideal; oft spielt auch das private Umfeld (Familie) eine entscheidende Rolle. Eine krankhaft gesteigerte Nahrungsaufnahme wird als Polyphagie bezeichnet. In Deutschland leiden etwa 3,7 Millionen Menschen unter Untergewicht (2009). Davon sind 100.000 an Magersucht und 600.000 an B. erkrankt. erosionsbedingte Zahnschäden, Pica, Psychosomatik, Reflux http://www.dick-und-duenn-berlin.de/; Rückseite der Oberkiefer-Schneidezähne einer langjährig Essgestörten Patientin, die regelmäßig erbrochen hat. Infolge intrinsischer Erosion liegt großflächig Dentin frei.