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Gesundheitsstrukturgesetz 1993

Synonym: GSG-93, Strukturreform im Gesundheitswesen 1993 · Englisch: Health Structure Act 1993

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Gesundheitsstrukturgesetz 1993 (GSG-93), unter der Federführung von Horst Seehofer als Bundesgesundheitsminister verabschiedet, markierte einen tiefgreifenden Einschnitt in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Ziel des Gesetzes war die Dämpfung der Kosten im Gesundheitswesen und eine Strukturreform zur Sicherung der langfristigen Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems.

Im Bereich der Zahnmedizin brachte das GSG-93 insbesondere Einschränkungen bei der Übernahme bestimmter Leistungen durch die GKV. So entfiel der Zuschuss für kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen, sofern diese nicht medizinisch zwingend erforderlich waren. Darüber hinaus wurden zahnmedizinisch umstrittene oder als unnötig aufwendig eingestufte prothetische Versorgungen ebenfalls aus der Bezuschussung durch die Krankenkassen ausgeschlossen.

Das Gesetz wurde vielfach kontrovers diskutiert. Befürworter lobten die Kosteneinsparungen und die stärkere Fokussierung auf medizinisch notwendige Leistungen. Kritiker hingegen warfen dem Gesetz vor, den Zugang zu bestimmten Behandlungsformen insbesondere für sozial schwächere Bevölkerungsgruppen zu erschweren.

Das GSG-93 gilt als eine der bedeutendsten Reformen des deutschen Gesundheitssystems in den 1990er-Jahren und prägt bis heute die Diskussionen um die Abgrenzung von Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.