Disease-Management
Synonym: Krankheitsmanagement, Behandlungssteuerung, strukturiertes Behandlungsprogramm · Englisch: disease management
Disease-Management bezeichnet die systematische Verwaltung und Optimierung von Krankheitsbildern und -verläufen mit dem Ziel, eine qualitativ hochwertige und zugleich kosteneffiziente medizinische Versorgung zu gewährleisten. Dabei werden strukturierte Behandlungsprogramme entwickelt, die auf den Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin beruhen.
Ziele und Konzepte:
- Standardisierung: Entwicklung und Anwendung standardisierter Versorgungsabläufe für Patientengruppen mit gleichen oder ähnlichen Erkrankungen.
- Effizienz: Effektiver Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen.
- Qualitätssicherung: Orientierung an bewährten therapeutischen Ansätzen, deren Wirksamkeit nachweislich belegt ist.
- Prävention: Ableitung präventiver Maßnahmen aus epidemiologischen Erkenntnissen, z. B. zur Reduktion von Karies durch die Gabe von Fluoriden.
Definition der KBV: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) definiert Disease-Management als die Durchführung von strukturierten Behandlungsprogrammen zur indikationsbezogenen Optimierung standardisierbarer Versorgungsabläufe.
Beispiel aus der Zahnmedizin: Ein Disease-Management-Programm könnte systematisch untersuchen, wie die regelmäßige Verordnung fluoridhaltiger Medikamente den Kariesbefall einer Population reduziert. Diese Erkenntnisse könnten dann in die allgemeine Präventionsstrategie einfließen.
Bedeutung: Disease-Management-Programme sind integraler Bestandteil von Managed-Care-Modellen und fördern die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Sie zielen darauf ab, nicht nur den individuellen Patienten, sondern eine gesamte Patientengruppe durch strukturierte und koordinierte Maßnahmen bestmöglich zu versorgen.