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Fokalmin®-Paste

Synonym: Fokalmin, medikamentöse Wurzelkanaleinlage · Englisch: Fokalmin® paste

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Fokalmin®-Paste war ein früher weit verbreitetes Präparat zur medikamentösen Einlage in infizierten Wurzelkanälen. Aufgrund ausbleibender Neuzulassung gemäß dem 10. Arzneimittel-Änderungsgesetz (AMG) wurde das Produkt 2003 vom Markt genommen.

Zusammensetzung: Die Paste enthielt eine Kombination aus antimikrobiellen und entzündungshemmenden Wirkstoffen:

  • Chloramphenicol (3 %): Ein Breitbandantibiotikum, das bakterielle Proteinbiosynthese hemmt.
  • Neomycinsulfat (3 %): Ein Aminoglykosid-Antibiotikum, wirksam gegen gramnegative Bakterien.
  • Prednisolon (0,5 %): Ein Glucocorticoid zur Reduktion von Entzündungen.
  • Phenoxyethanol (5 %): Ein Konservierungsstoff mit antiseptischen Eigenschaften.

Anwendung: Fokalmin®-Paste wurde im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung verwendet, um akute Infektionen zu bekämpfen und die entzündliche Reaktion im periapikalen Gewebe zu reduzieren. Die antibiotischen Komponenten wirkten gegen die Bakterienflora des Wurzelkanals, während das Corticoid eine antiphlogistische Wirkung entfaltete.

Ablösung und Gründe für die Marktrücknahme: Nach 2003 wurde das Präparat nicht mehr vertrieben, da der Hersteller keine Zulassung nach den verschärften Anforderungen des 10. AMG-Änderungsgesetzes beantragte. Zudem wurden in der Zahnmedizin zunehmend moderne, besser regulierte Alternativen zur Wurzelkanaleinlage entwickelt.

Die Fokalmin®-Paste hatte historische Bedeutung in der Endodontie, ist jedoch durch modernere Materialien ersetzt worden, die eine vergleichbare Wirksamkeit bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit und regulatorischer Sicherheit bieten.