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Epilepsie

Synonym: Fallsucht, epileptischer Anfall · Englisch: epilepsy, falling sickness

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Oberbegriff für Anfallserkrankungen versch. Ursache. Für die zahnärztliche Behandlung ergeben sich folgende Besonderheiten: Durch die Anamnese muss zunächst das individuelle Risiko des Patienten ermittelt werden. Grundsätzlich sind Epileptiker durch eine medikamentöse Behandlung entweder weitgehend anfallsfrei, oder die Medikation ist uneffektiv. Im ersteren Fall stellt die zahnärztliche Behandlung für den Patienten kein wesentliches Risiko dar, insbesondere dann, wenn der letzte Anfall bereits lange zurückliegt. Bei instabiler Situation sollte vor der Behandlung in jedem Fall der behandelnde Neurologe befragt werden, ob eine Prämedikation (z. B. Diazepam) erforderlich ist oder ggf. die Dosierung der üblichen Medikamente erhöht werden soll. In jedem Fall sollten alle Faktoren vermieden oder reduziert werden, die einen Anfall auslösen können, z. B. starke Schmerzen, helles Licht, ungewohnte Geräusche. Zu beachten ist, dass Lokalanästhetika dosisabhängig die Krampfbereitschaft erhöhen können. Daher sollten Lokalanästhetika vorsichtig dosiert und mit Unterbrechungen gegeben werden. Das Einlegen eines Gummikeiles zwischen die Zähne zur Vermeidung von Bissverletzungen ist heute nicht mehr zeitgemäß, da hierbei die Gefahr des Erstickens besteht. Ein typisches Zeichen für eine unter medikamentöser Behandlung (Hydantoin, Phenytoin) stehende Anfallserkrankung ist eine Wucherung (Hyperplasie) des Zahnfleischs (s. Abb. http://www.epilepsie.sh/). Weiter können eine Xerostomie, eine höhere Infektionsrate sowie verzögerte Heilungsprozesse und veränderte Blutungszeiten als Medikamentennebenwirkung auftreten.