Teebaumöl
Teebaumöl wird in der Laienmedizin für viele Indikationen verwendet. In der Zahnheilkunde (ZHK) soll es beispielsweise dazu dienen, Zahnbeläge (Plaque) zu vermeiden und Zahnfleischentzündungen (Parodontose) vorzubeugen. Der Einsatz von Teebaumöl wird mit seiner antibakteriellen Wirkung auf sichtbare Zahnbeläge begründet, und dies wird auch durch wissenschaftliche Studien unterstützt. Der Haken dabei ist jedoch, dass diese Studien „im Reagenzglas“ (in vitro) durchgeführt wurden und nicht auf die Gegebenheiten im Mund übertragen werden können: Zahnbeläge bestehen nicht aus vielen einzelnen Bakterien, die es abzutöten gilt, sondern organisieren sich in sogenannten Biofilmen, wodurch sie viel schwerer angreifbar sind. Auch andere bewährte Mundspüllösungen wirken im Reagenzglas bereits in relativ geringer Konzentration – im Mund hingegen ist manchmal erst die 100-fache Konzentration erfolgreich. Hinzu kommt, dass die Wirkstoffe von Mundspüllösungen aufgrund des ständig neu gebildeten Speichels relativ schnell ausgewaschen oder inaktiviert werden. Hier sind also Medikamente gefragt, die sich über einen längeren Zeitraum am geplanten Wirkungsort festsetzen können (Substantivität).
Frau Dr. Nicole Arweiler von der Freiburger Universitäts-Zahnklinik testete eine Teebaumölemulsion, die nach Herstellerangaben zubereitet wurde, an Patienten nach wissenschaftlichen Kriterien (veröffentlicht in ZBW 1.2002). Sie stellte fest: „...Die Teebaumölemulsion konnte weder den Plaque-Index noch die prozentuale Plaquebedeckung signifikant reduzieren. ... Die Ergebnisse deuten auf eine stärkere Plaquentwicklung hin im Vergleich zum Spülen mit Wasser...“