Russel-Parodontalindex
Synonym: Parodontalindex nach Russell, Parodontalstatus-Bewertung, Entzündungsindex, Periodontal Disease Index (PDI) · Englisch: Russel's Periodontal Disease Index
Der Parodontalindex von Russel wurde 1956 entwickelt und dient hauptsächlich zur Bewertung fortgeschrittener Parodontalerkrankungen. Für Frühstadien der Parodontitis ist er nicht empfindlich genug, da der tatsächliche Knochenabbau nur unzureichend berücksichtigt wird. In Deutschland wird er nicht verwendet. Die Bewertungsgrade basieren auf der Vorstellung, dass die Parodontitis folgende Stadien durchläuft: Gingivitis, Taschenbildung, Knochenabbau, Funktionseinbußen (z. B. erhöhte Zahnbeweglichkeit) und schließlich Zahnverlust. Die Gradeinteilung erfolgt nach einer Formel, wobei der Indexwert durch die Bewertungssumme aller Zähne geteilt durch die Anzahl der bewerteten Zähne ermittelt wird. Die Grade lauten wie folgt: 0 – Keine Veränderungen 1 – Leichte Gingivitis mit lokalisierter Entzündung am Zahnfleischsaum, z. B. als Papillitis 2 – Schwere Gingivitis mit Entzündung des gesamten Zahnfleischsaums, jedoch ohne echte Taschenbildung 4 – Erste Resorptionsanzeichen am Alveolarkamm im Röntgenbild 6 – Schwere Gingivitis mit echter Taschenbildung; normale Zahnbeweglichkeit; der Zahn ist funktionstüchtig, zeigt jedoch im Röntgenbild horizontalen Knochenabbau am gesamten Alveolarkamm bis maximal zur Hälfte der Wurzellänge 8 – Schwere Entzündung mit Taschenbildung, fortgeschrittener Zerstörung und Funktionsuntüchtigkeit des Zahns, z. B. Lockerung, dumpfer Perkussionsklang oder axiale Beweglichkeit; im Röntgenbild zeigt sich fortgeschrittener Knochenabbau über die Hälfte der Wurzellänge.