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Zahnschema

Synonym: Zahnzahl, Zahnbezeichnungssystem, FDI-Schema, Internationales Zahnschema · Englisch: dental chart, chart system of teeth, tooth numbering system

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Ein Zahnschema ist ein System zur dokumentarischen Darstellung und eindeutigen Bezeichnung der menschlichen Zähne, sowohl im Milch- als auch im bleibenden Gebiss. Historisch existierten viele unterschiedliche Schemata, von denen sich jedoch international das FDI-Zahnschema (Federation Dentaire Internationale) – auch bekannt als FDI-Two-Digit-System – durchgesetzt hat. Dieses Schema wurde 1924 von Pirquet vorgeschlagen, 1970 von der FDI modifiziert und weltweit als Standard etabliert.

Das FDI-Zahnschema basiert auf einem Vier-Quadranten-System, das den Ober- und Unterkiefer in jeweils zwei Hälften teilt. Die Quadranten werden aus Sicht des Betrachters definiert, der auf die Zähne des Patienten schaut. Dies führt zu einer Rechts-Links-Umkehrung in der Darstellung: Der rechte Oberkiefer bleibt jedoch aus Sicht des Patienten der rechte Oberkiefer.

Systematik des FDI-Zahnschemas:

  1. Quadrantennummerierung für bleibende Zähne:
  • Rechter Oberkiefer: 1
  • Linker Oberkiefer: 2
  • Linker Unterkiefer: 3
  • Rechter Unterkiefer: 4
  1. Zahnnummerierung:
  • Jeder Quadrant wird von der Zahnmitte (den Schneidezähnen) aus nummeriert.
  • Beispiel: Der linke obere mittlere Schneidezahn hat die Nummer 21, der rechte untere Weisheitszahn 48.
  1. Milchzähne:
  • Analog zur Systematik der bleibenden Zähne, jedoch mit den Quadrantennummern 5, 6, 7 und 8.
  • Beispiel: Der rechte obere mittlere Milchschneidezahn erhält die Nummer 51, der linke untere Milchmolar die Nummer 74.

Alternative Zahnschemata:

  • Zsigmondy-Schema: Historisch in Deutschland genutzt, markierte die Quadranten mit Symbolen (+ und ┴), was maschinell schwer darstellbar war.
  • Haderup-Schema: Ebenfalls historisch in Deutschland verbreitet, verwendete positive (+) und negative (-) Vorzeichen zur Kennzeichnung der Quadranten.
  • Amerikanisches Zahnschema: Bezeichnet die Zähne von 1 bis 32, beginnend am rechten oberen Weisheitszahn und im Uhrzeigersinn bis zum rechten unteren Weisheitszahn. Milchzähne werden mit den Buchstaben A bis T durchnummeriert.

Forensische und umgangssprachliche Zahnbezeichnungen:

  • In der Forensik wird häufig das Odontogramm verwendet, ein detailliertes Diagramm zur Darstellung von Zahnzuständen und -befunden.
  • Jargonbezeichnungen wie "Einser" (mittlere Schneidezähne), "Dreier" (Eckzähne) oder "Sechser" (1. große Backenzähne) finden sich in der Alltagssprache.