Zahnschema
Synonym: Zahnzahl, Zahnbezeichnungssystem, FDI-Schema, Internationales Zahnschema · Englisch: dental chart, chart system of teeth, tooth numbering system
Ein Zahnschema ist ein System zur dokumentarischen Darstellung und eindeutigen Bezeichnung der menschlichen Zähne, sowohl im Milch- als auch im bleibenden Gebiss. Historisch existierten viele unterschiedliche Schemata, von denen sich jedoch international das FDI-Zahnschema (Federation Dentaire Internationale) – auch bekannt als FDI-Two-Digit-System – durchgesetzt hat. Dieses Schema wurde 1924 von Pirquet vorgeschlagen, 1970 von der FDI modifiziert und weltweit als Standard etabliert.
Das FDI-Zahnschema basiert auf einem Vier-Quadranten-System, das den Ober- und Unterkiefer in jeweils zwei Hälften teilt. Die Quadranten werden aus Sicht des Betrachters definiert, der auf die Zähne des Patienten schaut. Dies führt zu einer Rechts-Links-Umkehrung in der Darstellung: Der rechte Oberkiefer bleibt jedoch aus Sicht des Patienten der rechte Oberkiefer.
Systematik des FDI-Zahnschemas:
- Quadrantennummerierung für bleibende Zähne:
- Rechter Oberkiefer: 1
- Linker Oberkiefer: 2
- Linker Unterkiefer: 3
- Rechter Unterkiefer: 4
- Jeder Quadrant wird von der Zahnmitte (den Schneidezähnen) aus nummeriert.
- Beispiel: Der linke obere mittlere Schneidezahn hat die Nummer 21, der rechte untere Weisheitszahn 48.
- Milchzähne:
- Analog zur Systematik der bleibenden Zähne, jedoch mit den Quadrantennummern 5, 6, 7 und 8.
- Beispiel: Der rechte obere mittlere Milchschneidezahn erhält die Nummer 51, der linke untere Milchmolar die Nummer 74.
Alternative Zahnschemata:
- Zsigmondy-Schema: Historisch in Deutschland genutzt, markierte die Quadranten mit Symbolen (+ und ┴), was maschinell schwer darstellbar war.
- Haderup-Schema: Ebenfalls historisch in Deutschland verbreitet, verwendete positive (+) und negative (-) Vorzeichen zur Kennzeichnung der Quadranten.
- Amerikanisches Zahnschema: Bezeichnet die Zähne von 1 bis 32, beginnend am rechten oberen Weisheitszahn und im Uhrzeigersinn bis zum rechten unteren Weisheitszahn. Milchzähne werden mit den Buchstaben A bis T durchnummeriert.
Forensische und umgangssprachliche Zahnbezeichnungen:
- In der Forensik wird häufig das Odontogramm verwendet, ein detailliertes Diagramm zur Darstellung von Zahnzuständen und -befunden.
- Jargonbezeichnungen wie "Einser" (mittlere Schneidezähne), "Dreier" (Eckzähne) oder "Sechser" (1. große Backenzähne) finden sich in der Alltagssprache.