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Frontzahnführung

Synonym: Inzisalführung, Schneidezahnführung · Englisch: incisal guidance, anterior guidance

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Frontzahnführung, auch als Inzisalführung oder Schneidezahnführung bezeichnet, beschreibt eine Form der dynamischen Okklusion, bei der während der Unterkieferbewegungen ausschließlich die Frontzähne des Oberkiefers (OK) und Unterkiefers (UK) miteinander in Kontakt treten. Diese Zahnkontakte führen dazu, dass sich die Seitenzähne bei solchen Bewegungen voneinander lösen (Klaffen), was die Seitenzähne vor übermäßiger Belastung schützt.

Die Frontzahnführung spielt eine entscheidende Rolle bei der Steuerung der Bewegungen des Unterkiefers und gewährleistet eine harmonische Funktion des Kauapparates. Besonders bei Protrusionsbewegungen (Vorschieben des Unterkiefers) und bei seitlichen Bewegungen (Mediotrusions- oder Laterotrusionsbewegungen) sorgen die Frontzähne für eine kontrollierte Führung.

Funktionen und Vorteile:

  • Entlastung der Seitenzähne: Durch das Klaffen der Seitenzähne wird verhindert, dass diese während der Unterkieferbewegungen zu stark beansprucht werden.
  • Schutz des Zahnhalteapparates: Die korrekte Frontzahnführung reduziert die Belastungen auf das Parodontium der Seitenzähne und minimiert die Gefahr von Schäden.
  • Optimierung der Kau- und Sprechfunktion: Sie trägt zu einer reibungslosen und physiologischen Unterkieferbewegung bei.

Bedeutung in der zahnärztlichen Praxis: Die Frontzahnführung wird bei der Herstellung von Zahnersatz (z. B. Kronen, Brücken oder Prothesen) und in der Funktionstherapie (z. B. bei Bruxismus) sorgfältig berücksichtigt. Eine gestörte oder unzureichende Frontzahnführung kann zu Funktionsstörungen im Kiefergelenk (CMD) oder zu einer Fehlbelastung der Seitenzähne führen.

Die Analyse und gegebenenfalls Anpassung der Frontzahnführung gehört zur funktionellen Diagnostik und Therapie des Kauorgans, um eine optimale Okklusion und Funktion des Gebisses sicherzustellen.