Zylinderimplantat
Synonym: Intramobiles Implantatsystem, IMZ-Implantat · Englisch: cylindrical implant
Das Zylinderimplantat ist ein zweiteiliges Implantatsystem, das 1974 unter der Bezeichnung „Intramobiles Zylinderimplantat“ (IMZ) in die Zahnheilkunde eingeführt wurde. Es besteht aus einem hohlen, zylindrischen Implantatkörper, der im Kieferknochen verankert wird, und einem sogenannten intramobilen Konnektor, der die Verbindung zur Suprakonstruktion herstellt.
Ein besonderes Merkmal des Zylinderimplantats ist der intramobile Konnektor, der als elastisches Ausgleichselement fungiert. Dieses Bauteil ist so konzipiert, dass es die Funktion der Sharpey-Fasern des natürlichen Zahnhalteapparates teilweise nachahmt. Durch seine federnde Eigenschaft absorbiert der Konnektor Belastungen, die auf die Suprakonstruktion einwirken, und schützt das umgebende Gewebe vor einer Überlastung. Dadurch soll das Überschreiten der Gewebetoleranz und eine Schädigung des Implantatbettes durch übermäßige Kräfte verhindert werden.
Das System war vor allem in der Frühzeit der Implantologie von Bedeutung, da es eine innovative Lösung für die Nachahmung der natürlichen Beweglichkeit der Zähne bot. Heutige Implantatsysteme verzichten jedoch weitgehend auf diese beweglichen Elemente, da sich starre Verbindungen und direkte Osseointegration als langfristig erfolgreicher erwiesen haben.
Das Zylinderimplantat hatte eine wichtige Rolle in der Entwicklung der modernen Implantologie, da es die biomechanischen Aspekte der Belastungsverteilung in den Fokus rückte. Es wird heute jedoch nur noch selten verwendet, da neuere Implantatsysteme mit verbesserten Materialien und Konzepten die Funktion des Zahnhalteapparates anders kompensieren.