Gesteuerte Knochenregeneration
Synonym: membrangestützte Knochenregeneration, Guided Bone Regeneration (GBR) · Englisch: Guided Bone Regeneration (GBR)
Die gesteuerte Knochenregeneration (GBR) ist eine chirurgische Technik, die der Auffüllung von Knochendefekten und dem Wiederaufbau von Knochenstrukturen dient. Diese Methode wird häufig in der Implantologie eingesetzt, um ausreichendes Knochenvolumen für eine erfolgreiche Implantation zu schaffen oder bei der Behandlung von Knochendefekten infolge von Trauma oder Erkrankungen.
Technisches Prinzip Die GBR basiert auf der Verwendung von Barrieremembranen, die den Defektbereich abdecken und das Einwachsen von schnell proliferierenden Weichgewebszellen verhindern. Dadurch wird die Regeneration des Knochens durch Osteoblasten gefördert.
- Materialien und Techniken
- Membranen: Nicht resorbierbare Membranen: z. B. aus expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE, z. B. Goretex™). Diese bieten langfristigen Schutz, erfordern jedoch nach etwa einem Jahr einen zweiten chirurgischen Eingriff zur Entfernung.
- Resorbierbare Membranen: Hergestellt aus synthetischen (z. B. Polyaktiden-PLA, Polyglykoliden-PGA) oder natürlichen Materialien (z. B. Kollagen). Diese benötigen keinen zweiten Eingriff und haben ähnliche Barriereeigenschaften.
- Knochenersatzmaterialien: Autologe Knochentransplantate (aus Eigenknochen entnommen). Allogene, xenogene oder synthetische Materialien (z. B. Hydroxylapatit, Trikalziumphosphat).
- Einsatzbereiche
- Aufbau des Alveolarkamms: Bei lokalisiertem Knochenverlust oder unzureichendem Knochenangebot für enossale Implantate.
- Knochenheilung bei Defekten: Behandlung von infraalveolären Knochendefekten oder - periimplantären Knocheneinbrüchen.
Klinische Bedeutung Die GBR ermöglicht eine vorhersehbare und gezielte Regeneration von Knochengewebe. Langfristige klinische Studien zeigen, dass sowohl resorbierbare als auch nicht resorbierbare Membranen effektiv zur Förderung der Knochenneubildung beitragen können. Die Wahl der Materialien hängt von der Defektgröße, der Lokalisation und der gewünschten Behandlungsstrategie ab.
Moderne Entwicklungen Aktuelle systematische Reviews bestätigen, dass die GBR-Technik ein zuverlässiges Verfahren, insbesondere zum horizontalen Aufbau des Alveolarfortsatzes, darstellt. Die Erfolgsraten klinischer Studien zu Implantaten im augmentierten Knochen liegen im Bereich von 90 bis 100 Prozent.
Zudem wurde in einer Langzeitstudie der Universität Zürich festgestellt, dass Implantate, die gleichzeitig mit membrangeschützter Knochenregeneration (GBR) gesetzt wurden, eine vergleichbar hohe Überlebensrate aufweisen wie Implantate, die in ausreichendem Knochen gesetzt wurden.