Wasserentkeimung
Synonym: Wasserdesinfektion in der Zahnmedizin, Wasserhygiene in Dentaleinheiten · Englisch: water sterilisation
Die Wasserentkeimung an zahnärztlichen Behandlungseinheiten ist ein essenzieller Bestandteil der Infektionsprävention in der Zahnmedizin. Da wasserführende Systeme in Dentaleinheiten trotz der Verwendung von Trinkwasser nach § 3 der Trinkwasserverordnung durch Mikroorganismen kolonisiert werden können, sind Maßnahmen zur Reduktion mikrobieller Belastungen notwendig.
Ein Hauptproblem stellt die Biofilmbildung in den wasserführenden Leitungen dar. Mikroorganismen besiedeln die Innenwandungen dieser Systeme und können sich dort vermehren, insbesondere während längerer Stagnationsphasen. Dadurch kann es zu einer Kontamination des Kühl- und Spülwassers kommen, was ein potenzielles Infektionsrisiko für Patienten und Behandler darstellt.
Zur Minimierung dieser Risiken empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen Hygienerichtlinien von 2006 folgende Maßnahmen:
- Spülmaßnahmen:
- Zu Beginn des Arbeitstages sollten alle Wasserentnahmestellen (einschließlich Mundglasfüller) für etwa zwei Minuten durchgespült werden.
- Nach jeder Patientenbehandlung sollten die zuvor genutzten wasserführenden Systeme für circa 20 Sekunden gespült werden, auch wenn sie über Rückschlagverhinderungen verfügen. Am Ende des Behandlungstages sollte ebenfalls eine gründliche Spülung erfolgen.
- Technische Maßnahmen:
- Der Einsatz von Desinfektionsanlagen mit gesicherter Wirkung (z. B. auf Ozon- oder Wasserstoffperoxid-Basis) kann eine zusätzliche Keimreduktion bewirken.
- Kühlsysteme müssen so konstruiert sein, dass ein Rückfluss von kontaminierter Flüssigkeit aus der Mundhöhle in die wasserführenden Leitungen verhindert wird.
Trotz dieser Maßnahmen bleibt das individuelle Erkrankungsrisiko für gesunde Patienten und Behandler laut RKI gering. Allerdings ist eine konsequente Reduktion mikrobieller Kontaminationen gemäß den allgemein anerkannten Prinzipien der Infektionsprävention essenziell, um potenzielle Gesundheitsgefahren durch verunreinigtes Wasser zu minimieren.