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Morbus Crohn

Synonym: Crohn Krankheit, Enteritis regionalis Crohn · Englisch: Crohn's disease

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Morbus Crohn ist eine chronische entzündliche Erkrankung des Verdauungstrakts, die hauptsächlich den unteren Dünndarm (Ileum) und den Dickdarm betrifft. Symptome sind anhaltender Durchfall, zum Teil mit Blut, und Bauchschmerzen. Die Ursachen der Erkrankung sind nicht bekannt; man nimmt jedoch an, dass genetische und Umweltfaktoren beteiligt sind. Es wird vermutet, dass ein Fehlen von Bakterien der Spezies Faecalibacterium prausnitzii, die Substanzen ausscheiden, die auf Darmzellen anti-entzündlich wirken, eine Rolle spielt. 2008 ergab sich folgender Wissensstand: "Genetisch bedingter Stress im Epithel, jener dünnen Zellschicht, die die Grenze zwischen Darmbakterien und dem Immunsystem darstellt, ist als eine Ursache für die entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bekannt. Danach sind Veränderungen im Gen XBP1 Grund für den Zellstress. Veränderungen im XBP1-Gen führen zu Stress in der Eiweiß-Produktionsstelle der Zelle, dem so genannten endoplasmatischen Retikulum. Die Schleimhaut kann dann nicht mehr richtig mit Darmbakterien und entzündlichen Signalen umgehen." Dies stellten Teams um Professor Arthur Kaser von der Harvard Universität in Boston und Professor Stefan Schreiber aus Kiel fest (aus Ärztezeitung). Im Mund kann sich der Morbus Crohn in ca. 8 % der Fälle als orofaziale Granulomatose (OFG) mit Ulzerationen und aphthoiden Läsionen manifestieren (s. Abb.). Weiterhin treten meist eine Schwellung der Lippen und der unteren Gesichtshälfte mit einer Lymphadenitis sowie einer hyperplastischen Gingivitis auf. An der schubweise verlaufenden Erkrankung, die nach dem amerikanischen Arzt Dr. Burrill Bernhard Crohn benannt ist, leiden in Deutschland schätzungsweise 150.000 Menschen. Die Neuerkrankungsrate liegt bei rund 5 pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Die Erkrankungshäufigkeit ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.