Endotoxin
Synonym: Lipopolysaccharid (LPS), Bakterielles Endotoxin · Englisch: endotoxin
Endotoxine sind Bestandteile der äußeren Zellmembran gramnegativer Bakterien und bestehen hauptsächlich aus Lipopolysacchariden (LPS). Sie sind charakteristisch dafür, dass sie auch nach dem Absterben der Bakterien freigesetzt werden und als starke immunologische Stimuli wirken können.
Eigenschaften:
- Wärmeunempfindlichkeit: Endotoxine sind gegenüber Hitze relativ stabil und können nicht durch herkömmliche Sterilisationsmethoden wie Autoklavieren (bei 121 °C) vollständig inaktiviert werden.
- Pyrogenität: Sie wirken als Pyrogene, d. h., sie können Fieber auslösen, wenn sie in den Blutkreislauf gelangen. -Struktur: Die Molekülstruktur besteht aus drei Hauptteilen:
- Lipid A: Verantwortlich für die toxische Wirkung.
- Kernpolysaccharid: Vermittelt Stabilität und strukturelle Integrität.
- O-spezifische Kette: Dient der Antigenerkennung.
Medizinische Bedeutung: Endotoxine spielen eine zentrale Rolle bei der Pathogenese von Infektionen durch gramnegative Bakterien. Sie können systemische Entzündungsreaktionen bis hin zum septischen Schock auslösen. Ihre Anwesenheit ist in der klinischen Praxis ein wesentliches Problem, insbesondere bei der Herstellung von Arzneimitteln und medizinischen Geräten, die pyrogenfrei sein müssen.
Inaktivierung: Obwohl Endotoxine hitzestabil sind, können sie durch spezielle Methoden, wie z. B. alkalische Hydrolyse oder Oxidation mit Peroxidverbindungen, unschädlich gemacht werden.