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Endokarditisprophylaxe

Synonym: Antibiotische Abschirmung, Endocarditis-Prophylaxe · Englisch: endocarditis prophylaxis

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Endokarditisprophylaxe beschreibt präventive Maßnahmen zur Verhinderung einer infektiösen Endokarditis. Sie richtet sich primär an Patienten mit erhöhtem Risiko und umfasst zwei zentrale Ansätze, die in der Regel kombiniert angewandt werden:

  • Lokale Keimarmut: Durch die Anwendung antiseptischer Maßnahmen, wie Chlorhexidin-Mundspülungen, soll die Keimzahl in der Mundhöhle reduziert werden. Eine gute Mundhygiene und eine sanierte Mundhöhle sind essenziell, um potenziellen Infektionsherden vorzubeugen.
  • Antibiotikaschutz (systemische Antibiose): Der Einsatz von Antibiotika zielt darauf ab, in die Blutbahn gelangte Bakterien abzutöten und somit das Risiko einer Bakteriämie-bedingten Endokarditis zu minimieren. Eine vollständige Verhinderung der Bakteriämie kann durch Antibiotika jedoch nicht garantiert werden.

Anwendungsrichtlinien: Die Notwendigkeit und Durchführung einer Endokarditisprophylaxe orientieren sich an dem individuellen Risiko des Patienten:

  • Hohes Risiko: Antibiotikaprophylaxe ist obligatorisch. Bei zahnärztlichen Eingriffen wird eine einmalige orale Gabe von Penicillinen (z. B. Amoxicillin) eine Stunde vor dem Eingriff empfohlen. Eine zusätzliche Dosis nach dem Eingriff kann indiziert sein.
  • Mäßig erhöhtes Risiko: Eine einzelne präoperative Antibiotikagabe ist ausreichend. Antibiotika-Alternativen: Bei Penicillinallergie werden Lincosamide (z. B. Clindamycin) oder Makrolide empfohlen.

Entwicklung seit 2007: Ein Paradigmenwechsel in der Endokarditisprophylaxe führte zu einer deutlichen Einschränkung des Einsatzes von Antibiotika. Diese werden heute ausschließlich für Patienten mit hohem Risiko empfohlen, um die Resistenzentwicklung zu begrenzen und unnötige medikamentöse Belastungen zu vermeiden.

Die Prophylaxe folgt den Empfehlungen nationaler und internationaler Fachgesellschaften, wobei geringfügige Unterschiede in der Dosierung und Indikationsstellung bestehen können.