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Replantation

Synonym: Wiederimplantation, Zahnreplantation, Organreplantation, Transplantation

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Replantation, auch Reimplantation genannt, bezeichnet das Rück- oder Wiedereinpflanzen von erhaltungswürdigen Zähnen in das entsprechende Zahnfach. Der Zahn kann entweder durch einen Unfall aus dem Zahnfach entfernt werden (traumatische Replantation, Avulsion; häufigste Art) oder absichtlich durch den Zahnarzt vorübergehend entfernt werden, wie z. B. bei der therapeutischen Replantation (Autotransplantation, Trans-Replantation) oder um außerhalb des Mundes eine Wurzelkanalfüllung und Wurzelspitzenresektion bei schwierigen anatomischen Verhältnissen durchzuführen (intentionelle Replantation). Letztere Verfahren werden jedoch selten praktiziert. Da der den Zahn versorgende Gefäßstrang (“Zahnnerv”) nach Entfernung aus der Alveole nie wieder anwächst, muss stets eine Wurzelkanalbehandlung (meist in Kombination mit einer Wurzelspitzenresektion) durchgeführt werden, entweder direkt vor dem Wiedereinpflanzen oder nach dem beginnenden Einheilen im Knochenfach (nach 7-10 Tagen). Direkt vor der Replantation sollte der Zahn stets mit physiologischer NaCl-Lösung abgespült werden; begleitend wird eine Antibiotikatherapie empfohlen. Entscheidend für den Langzeiterfolg einer Replantation ist eine möglichst geringe Schädigung der Wurzelhaut, der Zahn sollte immer so schnell wie möglich wieder eingepflanzt werden; hier können Minuten entscheiden (Näheres unter Avulsion und traumatische Zahnverletzungen). Eine primäre “Einheilung” findet zwar auch bei abgestorbener Wurzelhaut statt, im günstigsten Fall tritt eine feste Verwachsung des Zahnes mit der Alveole ein (Ankylodontie). Allerdings führt dieser Zustand relativ rasch zu einer Auflösung der Zahnwurzel (Wurzelresorption), was das Ende für den Zahn bedeutet. Eine Behandlung mit einem Derivat eines Schmelzmatrixproteins (z. B. Emdogain®) bei Replantationen bleibender Schneidezähne von Kindern und Jugendlichen hemmt die Entstehung entzündlicher Wurzelresorptionen. Ersatzresorptionen lassen sich dagegen nicht verhindern. Zur Fixierung und Schonung des replantierten Zahnes wird in der Regel für einen Zeitraum von 1-3 Wochen eine Schiene über die Zähne des betroffenen Kiefers eingesetzt. Andere Verfahren fixieren den betroffenen Zahn mit Ligaturen an den Nachbarzähnen; neuere Methoden verblocken den Zahn mit einer Kombination aus Drahtgeflecht und Komposit – ähnlich eines festen lingualen Retainers – an den Nachbarzähnen (Abb. traumatische Zahnverletzungen).