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N2 ®

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

N2® ist ein Wurzelkanal-Füllzement („Wurzelfüllpaste“) auf Zinkoxid-Eugenol-Basis mit antimikrobieller Wirkung durch einen (umstrittenen) Formaldehydzusatz. Die Formaldehydgase besitzen ein hohes Penetrationsvermögen bis tief in die Dentinkanälchen. Nach dem Aushärten bildet N2 eine definitive, nicht resorbierbare Wurzelkanalfüllung mit kreideartiger Härte und gutem Adhäsionsvermögen an den Kanalwänden. Es kann allein oder als Sealer in Verbindung mit Guttapercha-Stiften verwendet werden. Die Merkmale der N2-Methode (nach Dr. Teeuwen in DZ 1/2014) sind: - Keine Kanalspülungen. - Verwendung des Reamers als alleiniges Wurzelkanalinstrument. - Kofferdam nur bei manuellen Manipulationen aus Sicherheitsgründen. - Einsatz des stark antimikrobiellen N2 (Pulver mit EU-Zulassung seit 06/1998 für Formaldehydanteile als „medical device“). - Durchführung der Wurzelkanalbehandlung (WKB) in einer Sitzung, sofern möglich (bei vitalen Zähnen problemlos; bei avitalen Zähnen mit Vorsicht, bei Letzteren jedoch immer vollständige Wurzelkanalfüllung in derselben Sitzung. Alternativ kann eine Lüftung nach Schröder erfolgen, die laut Sargenti ein breiteres Anwendungsspektrum besitzt: Prophylaxe und Therapie von Schmerzen bei der WKB in einer Sitzung und nach Überfüllung bei vitalen Zähnen). - Laut Dr. Sargenti ist eine Pointverdichtung der Wurzelfüllung nicht notwendig, auch wenn dies das Röntgenbild optisch verbessert. Der Wurzelkanal ist in Wirklichkeit ein komplexes Kanalsystem mit Haupt- und Seitenkanälen sowie Ramifikationen. Herkömmliche Wurzelfüllmittel können in der Regel nur die Hauptkanäle vollständig verschließen. Die Idee von Sargenti, dem Entwickler von N2, war es, ein Gas einzusetzen, das in der Lage ist, das gesamte Kanalsystem zu erreichen. Die antiseptische Komponente in N2 ist Paraformaldehyd, das während der Abbindephase Formaldehydgas freisetzt. Dieses diffundiert in die Pulpa und die Dentintubuli und wirkt stark antibakteriell. Bezüglich des umstrittenen Formaldehydzusatzes, dessen toxikologische Gefährlichkeit in der Wissenschaft kontrovers diskutiert wird (die Halbwertzeit von Formaldehyd im menschlichen Körper beträgt etwa eine bis eineinhalb Minuten), erklärt der Hersteller: Die Dosierung entscheidet, ob ein Stoff als Gift oder Heilmittel wirkt. Eine systematische Toxizität wird im LD50-Test bestimmt (LD = letale Dosis). Für N2 liegt der LD50-Wert bei 10.720 gefüllten Wurzelkanälen bei einem 90 kg schweren Mann. Ein mit N2 gefüllter Wurzelkanal der Stärke 50 enthält 2,5 mg Formaldehyd – weniger als ein Liter Milch, wobei der Stoff chemisch-physikalisch gebunden ist und nicht freigesetzt wird. Nach Grossmann ist die antiseptische Wirkung von N2 nach fünf Tagen halbiert und nach zehn Tagen nicht mehr nachweisbar. Formaldehydgehalte in Lebensmitteln: - Äpfel: 17,3 mg/kg - Schweinefleisch: 20 mg/kg - Schalentiere: bis zu 98 mg/kg - Milch: 3,3 mg/Liter N2 ist vermutlich der bekannteste und am weitesten verbreitete Wurzelkanalzement weltweit. Schätzungen zufolge nutzen allein in den USA 30.000 Zahnärzte N2, und weltweit wurden mehr als 400 Millionen Zähne mit diesem Material wurzelgefüllt.