Tubus
Synonym: Röntgentubus · Englisch: (x-ray) (cone) tube
Der Tubus ist ein röhrenförmiger oder zylindrischer Vorsatz am Strahlenaustrittsfenster von Röntgengeräten für intraorale Aufnahmen. Früher waren Spitztuben oder Kegeltuben gebräuchlich.
Seine Funktionen umfassen die Eingrenzung des Strahlenfelds durch Blenden, auswechselbare Tubusblenden und Filter, um Streustrahlung zu reduzieren und das Untersuchungsgebiet gezielt einzugrenzen. Außerdem dient er als Abstandshalter, um einen ausreichenden Hautabstand von der Strahlenquelle einzuhalten, der als Fokus-Haut-Abstand oder Brennfleck-Haut-Abstand bezeichnet wird. Dieser Abstand wird durch normierte Kurztuben oder Langtuben gewährleistet. Eine weitere Funktion ist die Justierhilfe zur korrekten Einstellung des Strahlengangs.
Je nach Röntgentechnik kommen verschiedene Tuben zum Einsatz. Der Langtubus ist der Standardtubus bei der Halbwinkeltechnik, Rechtwinkeltechnik und Paralleltechnik. Er hat einen Brennfleck-Haut-Abstand von mindestens 10 cm für Röntgengeräte bis 60 kV und 20 cm für höhere kV-Werte. Sein Vorteil ist die gute Bildqualität durch reduzierte geometrische Unschärfe und einen geringeren Streustrahlanteil. Häufig wird er in Kombination mit einem Filmhalter verwendet.
Der Kurztubus ist der Standardtubus bei der Winkelhalbierungstechnik mit einem Brennfleck-Haut-Abstand von 10 cm.
Der Kleinfeldtubus dient zur weiteren Einschränkung des Strahlenfelds auf unter die gesetzlich vorgeschriebenen 6 cm Durchmesser. Neben einer geringeren Strahlenbelastung verbessert sich die Bildqualität im Vergleich zum Langtubus. Damit der Strahlengang bei diesem kleinen Feld korrekt eingestellt wird, ist ein Filmhalter zu empfehlen.
Der Flachtubus wird bei der Kiefergelenkaufnahme nach Parma eingesetzt. Aufgrund des geringen Brennfleck-Haut-Abstands ist er nur mit Zusatzfilter zulässig.
Der Teleskoptubus ist stufenlos verstellbar.