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Kiefergelenkaufnahme

Englisch: mandibular joint, temporomandibular radiograph

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Kiefergelenkaufnahme ist eine röntgenologische Darstellung eines oder beider Kiefergelenke, die mit verschiedenen Techniken durchgeführt werden kann.

Nach Parma Die klassische Aufnahmetechnik nach Parma erfolgt, indem die Röntgenröhre mit einem Kurztubus oder ohne Tubus nahe an das gesunde Kiefergelenk positioniert wird. Dabei wird das gegenüberliegende Kiefergelenk transversal projiziert. Aufgrund der starken Vergrößerung des tubennahen Gelenks ist dieses auf der Röntgenaufnahme nicht erkennbar, während das filmnahe Gelenk nur leicht vergrößert dargestellt wird. Sichtbar sind der Condyluskopf, der Gelenkhals und Teile des aufsteigenden Unterkieferastes. Bei dieser Technik wird der Mund geöffnet; der Öffnungswinkel bestimmt, wie der Condylus im Verhältnis zum Tuberculum articulare dargestellt wird. Ein wesentlicher Nachteil ist die hohe lokale Strahlenbelastung durch die Verwendung des Kurztubus.

Nach Schüller Diese Methode, auch als modifizierte Felsenbeinaufnahme bezeichnet, fixiert den Kopf seitlich, sodass das Jochbein (Os zygomaticus) direkt an der Filmkassette anliegt. Die Sagittalebene des Kopfes ist parallel zur Kassette. Der Zentralstrahl tritt etwa 3 cm oberhalb des äußeren Gehörgangs der gegenüberliegenden Seite mit einem Winkel von 30° ein und verläuft schräg kaudal und dorsal durch das aufzunehmende Kiefergelenk. Diese transkranielle Technik erlaubt eine detaillierte Beurteilung von Form, Oberflächengestalt und Struktur des Condylus, erfordert jedoch technisches Geschick.

Nach Clementschitsch Die Aufnahme nach Clementschitsch, auch okzipitofrontale oder sagittale Aufnahme genannt, wird bei maximal geöffneter Mundstellung durchgeführt. Der Zentralstrahl wird beispielsweise von der Nackenmitte aus zur Nasenwand gerichtet. Mit dieser Projektion können beide Kiefergelenke und Unterkieferäste symmetrisch dargestellt werden.

Funktionsorthopantomogramm (OPG) Das Orthopantomogramm ist eine Panoramaschichtaufnahme, die fast alle Kieferbereiche darstellt. Da diese Technik jedoch nicht speziell für Kiefergelenksaufnahmen entwickelt wurde, treten oft Überlagerungen im Bereich der Kiefergelenke auf. Selbst spezialisierte Einstellungen liefern häufig unbefriedigende Ergebnisse. Allerdings ermöglicht diese Methode eine gute Darstellung des aufsteigenden Unterkieferastes, z. B. zur Diagnose von Collumfrakturen.

Moderne Verfahren Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT gilt heute als Goldstandard in der Kiefergelenksdiagnostik, da sie ohne Röntgenstrahlen arbeitet und Weichteilgewebe wie den Discus gut darstellen kann. Sonographie: Dieses Verfahren bietet Vorteile in Bezug auf Kosten, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit, jedoch mit eingeschränkter Bildqualität. Digitale Volumentomographie (DVT): Die DVT liefert deutlich bessere Ergebnisse für die Darstellung knöcherner Strukturen als klassische Verfahren wie Parma oder Schüller. Eine Darstellung von Weichteilgeweben, wie z. B. dem Discus, ist jedoch nicht möglich.