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Röntgenstrahlen-Schwangerschaft

Synonym: Röntgenstrahlenexposition während der Schwangerschaft, Strahlenbelastung in der Schwangerschaft, Röntgenstrahlenrisiko während der Schwangerschaft · Englisch: X-rays during pregnancy, X-ray exposure during pregnancy, radiation exposure during pregnancy

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Röntgenstrahlen und Schwangerschaft: Nach der Röntgenverordnung ist es grundsätzlich zulässig, auch Schwangere röntgenologisch zu untersuchen. Es ist jedoch besonders kritisch abzuwägen (strenge Indikationsstellung, rechtfertigende Indikation), ob gegebenenfalls auf eine Aufnahme verzichtet werden kann. Die Strahlendosis ist dabei so gering wie möglich zu halten. Die höchste Strahlenempfindlichkeit der Schwangeren besteht bis zu 10 Tage nach der Befruchtung. Die Auswirkungen (Organschäden) sind jedoch äußerst gering, da der noch junge Zellkomplex (Morula) entweder unbemerkt abstirbt (Spontanabort) oder die nicht geschädigten und überlebenden Zellen aufgrund ihrer Pluripotenz die zerstörten Zellen ersetzen. Hochsensibel in ihren Auswirkungen ist dagegen die Zeit bis etwa zur 8. Woche (Embryonalphase): Schon Dosen von 0,25 Sv können das zentrale Nervensystem und das Auge erheblich schädigen. Etwa ab dem 3. Monat (Beginn der Fetalperiode) ist die Organbildung weitgehend abgeschlossen. Es kommt nun zum Wachstum des Fetus und zur Ausdifferenzierung der verschiedenen Gewebe. Daher sind spätere Missbildungen nur noch selten vorkommend. Ionisierende Strahlen können jedoch ab einer bestimmten Intensität zu allgemeinen Wachstumsstörungen führen und werden als Risikofaktor für sich bis zum 10. Lebensjahr bildende bösartige Tumoren angesehen. Auf dieser Grundlage ergeben sich in der Zahnarztpraxis folgende Konsequenzen: Röntgenaufnahmen sind bei ordnungsgemäßen Strahlenschutz ungefährlich, da Zahnfilmaufnahmen im Vergleich zu anderen Aufnahmen des weiblichen Körpers nur eine geringe Strahlendosis benötigen. Wegen Unkenntnis einer sicheren Schwellendosis sollten Röntgenuntersuchungen in der Schwangerschaft jedoch nur bei zwingender Indikation durchgeführt werden, insbesondere im ersten Drittel. Das Strahlenrisiko in der Schwangerschaft ist extrem niedrig und im Uterus nicht messbar, da hier Werte von < 1 µSv geschätzt werden. Man geht davon aus, dass erst ab 50 bis 100 mSv Missbildungen bewirkende (teratogene) Schäden auftreten können. Im Gegensatz zu genetischen Schäden werden teratogene Auswirkungen nicht vererbt.