Pseudozyste
Synonym: zystenähnliche Hohlräume · Englisch: cystoid, adventitious cyst
Pseudozysten sind Hohlräume, die nicht mit Epithel ausgekleidet sind, unterschiedliche Ursprünge haben oder röntgenologisch fälschlicherweise als Zysten dargestellte Knochenveränderungen (siehe Abb.). Diese selten vorkommenden Gebilde werden unterteilt in: Solitäre Knochenzyste, die meist im Unterkiefer vorkommt und mit seröser Flüssigkeit oder Luft gefüllt ist. In der Literatur wird sie auch als juvenile oder traumatische Knochenzyste bezeichnet. Sie tritt bevorzugt in den ersten beiden Lebensjahrzehnten auf. Die Entstehung ist ungewiss, traumatische Vorkommnisse werden diskutiert. Da diese Zystenart über viele Jahre symptomlos bleibt, erfolgt ihre Entdeckung in der Regel zufällig als Nebenbefund in einem OPG. Die mediane Unterkieferzyste ist ein scharf abgegrenzter, mit Epithel ausgekleideter Hohlraum unter den (vitalen) Schneidezähnen und wird zu den Keratozysten gerechnet. Die aneurysmatische Zyste ist eine mehrkammerige, blutgefüllte Zystenart in den Metaphysen der großen Röhrenknochen, die keine "klassische" Epithelauskleidung aufweist und stattdessen untereinander verbundene, blutgefüllte Räume enthält. Die statische Knochenhöhle ist ein Knochendefekt, der sich röntgenologisch als Zyste darstellt (Stafne-Zyste). Die radikuläre Pseudozyste ist ein apikales Epithelgranulom.
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