Knochenszintigraphie
Synonym: Szintigraphie · Englisch: bone scintigraphy
Knochenszintigraphie bezeichnet eine nuklearmedizinische Untersuchung und ein bildgebendes Verfahren, bei dem Radionuklide wie Jod-131 (T½ = 8 Tage), Technetium-99 (T½ = 6 Stunden), Thallium-201 (T½ = 73 Stunden) oder Xenon-133 (T½ = 5,3 Tage) in den Körper eingebracht werden. Diese zerfallen und senden dabei schwach radioaktive Gamma-Strahlung aus. Die Methode liefert Bilder, die den Aktivitätszustand verschiedener Gewebe zeigen. In entzündeten Gebieten, wo Stoffwechsel und Durchblutung erhöht sind, entsteht eine für die Entzündung typische Verteilung der Strahlung, wodurch sich Entzündungsherde genau lokalisieren lassen.
Die Verteilung der aus dem Körper austretenden Gamma-Strahlung wird als Bild in einem sogenannten Szintigramm dargestellt. Die Registrierung erfolgt entweder mit einem Scanner oder einer Gammakamera. Auf diese Weise können Funktionsvorgänge wie Zellaktivitäten detailliert sichtbar gemacht werden, wobei der Knochen entsprechend „strahlt“. In der Zahnheilkunde findet die Knochenszintigraphie Anwendung bei Erkrankungen wie Osteomyelitis oder zum Nachweis beziehungsweise Ausschluss von Metastasen bei Tumorerkrankungen. Sie kann auch bei Verdacht auf frische Knochenbrüche hilfreich sein, insbesondere wenn der Befund eines Röntgenbildes unklar war.
Bis auf die Jod-131-Szintigraphie ist die Strahlenbelastung durch die Verwendung von Isotopen mit kurzen Halbwertszeiten gering.
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