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Befund

Synonym: Befundung, Befunderhebung · Englisch: finding, assessment

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Befunderhebung bezeichnet das systematische Erfassen medizinischer Untersuchungsergebnisse, die der Dokumentationspflicht unterliegen. Sie dient der Diagnosestellung und bildet die Grundlage für Therapieentscheidungen.

In der Zahnheilkunde wird die Befunderhebung in verschiedene Kategorien unterteilt:

  1. Extraoraler Befund (Untersuchung außerhalb der Mundhöhle): Kaumuskulatur Lymphknoten Kiefergelenk Nervenaustrittspunkte Funktionsanalyse des Kausystems (bei Bedarf)

  2. Intraoraler Befund (Untersuchung innerhalb der Mundhöhle): Zahnstatus (Zahnzustand, Kariestiefe, Füllungen, Zahnersatz) Parodontalstatus (Zahnhalteapparat, Taschenmessung, Entzündungen) Mundschleimhaut und Weichgewebe (Zunge, Wangen, Gaumen) Knöcherne Strukturen (Alveolarknochen, Kieferveränderungen) Speichelmenge und -konsistenz Funktionsanalyse des Kausystems (bei Bedarf) Zusammen bilden der extraorale und intraorale Befund den klinischen Befund.

Weitere spezifische Befunde umfassen:

  • Röntgenologischer Befund (radiologische Untersuchung von Zähnen und Kieferknochen)
  • Kieferorthopädischer Befund (Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer)
  • Laborbefund (mikrobiologische, histologische oder serologische Analysen)

In Kombination mit der Anamnese (Vorgeschichte der Erkrankung) ergibt sich aus den Befunden eine Diagnose, die als Basis für die Therapieplanung dient.

Mit der Einführung der Festzuschüsse für Zahnersatz wurde der Begriff "Befund" in einem eingeschränkten Sinne verwendet. Hierbei bezieht er sich ausschließlich auf die Anzahl der vorhandenen Zähne im Mund, ohne weitergehende klinische oder radiologische Untersuchungen zu berücksichtigen.