Robin-Syndrom
Synonym: Minderwuchs, Polydaktylie, Fehlbildungserkrankungen, Pierre-Robin-Sequenz · Englisch: Pierre Robin anomalad syndrome
Robin-Syndrom, benannt nach Pierre Robin (1867–1950), einem Pariser Zahnarzt, bezeichnet eine angeborene Fehlbildung, die durch eine charakteristische Trias gekennzeichnet ist: ein zu kleiner und nach hinten verlagerter Unterkiefer (Mikrogenie, auch als Vogelgesicht bezeichnet), eine angewachsene, verkleinerte Zunge, die in den Nasen-Rachenraum verlagert ist (Glossoptose), sowie in etwa 80 % der Fälle eine Gaumenspalte.
Ohne rechtzeitige chirurgische Intervention, wie beispielsweise eine Glossopexie, können aufgrund von Atem- und Ernährungsproblemen lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, die im schlimmsten Fall zum Säuglingstod führen. In Deutschland sind jährlich etwa 400 Neugeborene von diesem Syndrom betroffen.