Glossoptose
Synonym: Zurücksinken der Zunge, Zungenretraktion, Zungenobstruktion · Englisch: glossoptosis
Die Glossoptose bezeichnet das Zurücksinken der Zunge in den Rachenraum oder Schlund, wodurch der Kehlkopfeingang teilweise oder vollständig verlegt werden kann. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Atemwege, die potenziell lebensbedrohlich ist und eine Erstickungsgefahr darstellt.
Die Glossoptose kann entweder angeboren sein oder in bestimmten Situationen auftreten. Eine angeborene Glossoptose ist häufig Bestandteil des Pierre-Robin-Syndroms, bei dem eine Unterentwicklung des Unterkiefers (Mikrognathie) und eine Verlagerung der Zunge nach hinten kombiniert auftreten.
Erworbene Formen treten häufig bei Bewusstseinsstörungen oder tiefer Bewusstlosigkeit auf, beispielsweise im Rahmen einer Narkose, eines Traumas oder neurologischer Erkrankungen. In solchen Fällen erschlaffen die Zungenmuskeln, wodurch die Zunge nach hinten in den Rachenraum sinken kann.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Obstruktion. In Notfallsituationen kann die Sicherung der Atemwege durch manuelle Methoden (z. B. Esmarch-Handgriff) oder Hilfsmittel wie ein oropharyngeales Tubus notwendig sein. Bei angeborenen Fällen, insbesondere bei der Robin-Sequenz, kommen chirurgische Maßnahmen wie die Glossopexie oder eine Kieferverlängerung zum Einsatz.
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