Cushing-Operation
Synonym: Trigeminus-Neurotomie, Trigeminus-Operation · Englisch: cushing operation
Die Cushing-Operation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Trigeminusnerv durchtrennt (Neurotomie) wird, um schwere und therapierefraktäre Trigeminusneuralgie zu behandeln. Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch extreme, blitzartige Schmerzattacken im Versorgungsgebiet des Trigeminusnervs, die auf konservative Behandlungen wie Medikamente nicht ansprechen. Der Eingriff wurde von dem Neurochirurgen Harvey Cushing (1869–1939) entwickelt und war lange eine Standardmethode zur Schmerztherapie.
Bei der Operation wird der betroffene Ast des Trigeminusnervs chirurgisch durchtrennt, um die Schmerzweiterleitung dauerhaft zu unterbrechen. Dies führt in der Regel zur Schmerzfreiheit, kann jedoch Taubheitsgefühle im Gesicht, den Verlust von Schutzreflexen (z. B. am Auge) und in einigen Fällen eine Beeinträchtigung der Gesichtsmuskulatur verursachen.
Heute wird die Cushing-Operation nur noch selten durchgeführt, da moderne, weniger invasive Alternativen zur Verfügung stehen. Dazu gehören die Radiofrequenztherapie, bei der der Nerv gezielt erhitzt wird, die mikrovaskuläre Dekompression zur Entlastung des Nervs von komprimierenden Blutgefäßen sowie medikamentöse Therapien, insbesondere mit Antikonvulsiva wie Carbamazepin.
Die Cushing-Operation war ein Meilenstein in der chirurgischen Schmerztherapie, wurde aber weitgehend durch präzisere und risikoärmere Verfahren ersetzt. Sie bleibt jedoch ein wichtiger Teil der Medizingeschichte und ein früher Ansatz zur effektiven Behandlung schwerer Schmerzsyndrome.