Landkartenzunge
Synonym: lingua geographica, Exfoliatio areata linguae, Glossitis migrans, Wanderplaques, erythema migrans · Englisch: geographic, mappy tongue
Landkartenzunge manifestiert sich in runden bis ovalären, belagfreien Herden, die lange Zeit stationär bleiben können oder im Laufe von Tagen bis Wochen über die ganze Zunge wandern. Ihre Ätiologie ist unbekannt. In diesen Herden, die gewöhnlich scharf begrenzt sind und leicht aufgeworfene, weißliche Ränder haben, kommt es zur Desquamation der Papillae filiformes, wodurch die Papillae fungiformes stärker hervortreten. Während sich im Zentrum der herdförmigen Veränderungen erneut Zungenbelag bildet, läuft der Abschilferungsvorgang an den Rändern weiter. Diese an sich harmlose Parakeratose von fraglichem Krankheitswert ist nicht schmerzhaft; nur selten wird leichtes Zungenbrennen angegeben. Die Veränderungen können jahrelang bestehen, eine erfolgversprechende Therapie gibt es nicht; spontane Ausheilungen kommen vor. Histologisch ist die Zungenschleimhaut stark mit Granulozyten durchsetzt. In etwa 40% bis 50% der Fälle findet sich zusammen mit der Landkartenzunge auch eine Lingua plicata (Lingua scrotalis, Faltenzunge, Abb. unten). Es handelt sich hierbei um eine Formvariante der normal glatten Zungenoberfläche mit unterschiedlich starker Ausprägung von Furchen. Angefangen von einer medianen Längsfurche, werden alle Formen von symmetrisch oder irregulär angeordneten, feinsten bis stärksten Quer- und Längsfurchen bis zu der Extremvariante, der sogenannten Lingua cerebriformis, beobachtet. Beim Verzehr von sauren Speisen, von Obst und von Fruchtsäften kann Zungenbrennen auftreten.
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