Miller
Miller Willoughby, Dayton (1853-1907), bedeutender wissenschaftlicher und praktischer Zahnarzt. Auszüge aus einer Biographie von W. Geurtsen in DZZ 2009; 64 (6): "...wurde am 01. August 1853 in Alexandria (Ohio, U.S.A.) geboren. Naturwissenschaftlich interessiert, studierte er bis 1875 Chemie, Physik und Mathematik an der Universität von Michigan in Ann Arbor/USA. Da die naturwissenschaftliche Forschung zu dieser Zeit in Deutschland sehr erfolgreich war, ging Miller nach Berlin, um dort seine Kenntnisse zu vertiefen. Vermutlich motiviert durch einen in Berlin als Zahnarzt tätigen Landsmann, beschloss Miller, Zahnmedizin zu studieren, und zwar von 1877 bis 1879 in Philadelphia. 1880 kehrte Miller nach Berlin zurück und arbeitete in einer Praxis. Schon in dieser Zeit als niedergelassener Zahnarzt publizierte Miller hochwertige Arbeiten, so dass er 1884 als stellvertretender Leiter der Zahnerhaltung an das Zahnärztliche Institut der Berliner Charité berufen wurde. Damit war er der erste Ausländer im Lehrkörper dieser 1855 eröffneten zahnmedizinischen Klinik, die als erste in Deutschland volle akademische Anerkennung erreicht hatte. Das vielfältige Interesse Millers an den naturwissenschaftlichen Disziplinen wird auch dadurch dokumentiert, dass er neben seiner Tätigkeit als stellvertretender Leiter der Zahnerhaltung noch Medizin studierte und schließlich 1887 zum Dr. med. promovierte. Es mag wohl dieser breitgefächerten naturwissenschaftlichen Qualifikation geschuldet sein, dass Miller seine bis heute im Wesentlichen anerkannte Theorie zur Kariesentstehung entwickeln konnte. Hierzu trug bei, dass Miller sich schon früh mit der oralen Mikrobiologie beschäftigte und damit der primär handwerklich-chirurgisch geprägten Zahnmedizin eine medizinisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung gab. 1886 erschien sein in Leipzig verlegtes „Lehrbuch der konservierenden Zahnheilkunde", das man durchaus als einen Meilenstein der Karies- und Parodontitisforschung nennen darf."