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Magnetkräfte

Synonym: Magnetprothese, Magnetimplantat · Englisch: magnetic denture, magnetic implant

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Magnetkräfte in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZHK) werden in geringem Umfang genutzt, um mithilfe magnetischer Feldkräfte einen verbesserten Halt und eine stabilere Lage von Prothesen – insbesondere bei stark reduziertem Restgebiss – oder Epithesen zu erreichen. Dabei kommen sowohl die Eigenschaften der Anziehung als auch der Abstoßung magnetischer Kräfte zum Einsatz. Gegeneinander gerichtete Magnetpole erzeugen eine Anziehungskraft. Wird beispielsweise ein Magnet in ein Implantat oder eine Wurzelstiftkappe integriert und an der entsprechenden Stelle am Zahnersatz ein anderspoliger Magnet angebracht, kann dies die Stabilität verbessern. Ein weiteres Verfahren setzt im zahnlosen Kiefer auf die Implantation eines Magneten direkt unter die Schleimhaut als sogenanntes geschlossenes Implantat. Dabei werden kleine kobalthaltige Dauermagneten eingepflanzt. Die wirkenden magnetischen Kräfte sind jedoch nur gering, und es wird von Korrosionserscheinungen berichtet. Gleichsinnige Magnetpole stoßen sich ab. Diese Eigenschaft wurde in der Vergangenheit mit zweifelhaftem Erfolg bei Vollprothesen genutzt. Hierbei wurden sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer an entsprechenden Stellen gleichsinnige Magnete eingearbeitet, um die Prothesenbasen an die Kiefer "anzudrücken".