Kontaktallergie
Synonym: Kontaktstomatitis, Überempfindlichkeitsreaktion · Englisch: contact allergy
Kontaktallergien in der zahnärztlichen Heilkunde sind gelegentlich auftretende Reaktionen vom verzögerten Typ IV auf zahnärztliche Materialien, beispielsweise beim Zahnersatz. Diese Reaktionen werden im Mund seltener beobachtet als auf der Haut, da aufgrund des feuchten Milieus im Mund etwa 5- bis 10-fach höhere Konzentrationen von Allergenen erforderlich sind. Die verminderte Reaktionsbereitschaft des Mundraums ist auf anatomische und physiologische Besonderheiten zurückzuführen, wie das Fehlen eines Fettfilms, den Speichelfluss, die intensivere Resorptionsfähigkeit mit schnellerem Abtransport sowie den schnelleren fermentativen Ab- oder Umbau der Allergene.
Die deutsche Kontaktallergie-Gruppe veröffentlicht jährlich eine Liste der häufigsten Kontaktallergene. Seit einigen Jahren führt Nickel, bekannt durch Jeansknöpfe oder Modeschmuck, mit 17 Prozent aller Kontaktallergien in Deutschland diese Liste an. Es folgen ein Duftstoffmix, der in Kosmetika und Parfüms vorkommt, mit 12,6 Prozent und Perubalsam, das ebenfalls in Kosmetika und Aromastoffen enthalten ist, mit 9,8 Prozent. Nach der Vermeidung der Allergene und gegebenenfalls der Gabe von Antihistaminika oder Corticoiden verschwinden die Symptome in der Regel wieder.
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