Gotischer Bogen
Synonym: Inzisalbogentechnik, Grenzbewegungsregistrat · Englisch: gothik arch (apex)
Der gotische Bogen bezeichnet ein Verfahren zur grafischen Darstellung der Unterkiefergrenzbewegungen in der horizontalen Ebene. Dabei wird der Inzisalpunkt (Kontaktpunkt der Schneidezähne) aufgezeichnet, während der Patient definierte Bewegungen des Unterkiefers ausführt. Die Methode wird häufig zur Bestimmung der Kieferrelation (Zentrik) verwendet, insbesondere bei zahnlosen oder funktionsgestörten Patienten.
Verfahren: Das Registratsystem besteht aus einem metallischen Stift, der an der Prothese oder einem Registrierträger des Oberkiefers befestigt wird, sowie einer horizontalen Registrierplatte, die am Unterkiefer montiert ist. Der Stift hinterlässt während der Unterkieferbewegungen eine charakteristische Spur auf der Platte.
- Die Zentrik entspricht dem Punkt, an dem sich alle Bewegungen (Vorschub-, Rückbewegung und Laterotrusion) schneiden und ist grafisch als Spitze des gotischen Bogens sichtbar.
- Der Registratverlauf erinnert an die Form eines gotischen Bogens, was der Methode ihren Namen gibt.
Anwendung: Die gotische Bogen-Methode wird besonders bei Patienten eingesetzt:
- Mit Funktionsstörungen: Um Abweichungen in der Unterkieferbewegung zu analysieren.
- Bei zahnlosen Patienten: Zur exakten Bestimmung der Kieferrelation bei der Herstellung von Totalprothesen.
Das Verfahren bietet präzise Ergebnisse, ist jedoch zeitaufwändig und erfordert Erfahrung des Behandlers. Moderne computergestützte Verfahren können als Alternative dienen, die Methode des gotischen Bogens bleibt jedoch ein bewährtes Werkzeug in der Funktionsdiagnostik und Prothetik.