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Verfärbungen von Zähnen

Synonym: Zahnverfärbungen · Englisch: defects in tooth color, discoloration, staining

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Verfärbungen von Zähnen sind extrinsische Oberflächenveränderungen, die fälschlicherweise auch als Zahnstein bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um Beläge, die durch verschiedene Anziehungskräfte (van der Waals-Kräfte, elektrostatische Aufladung, Wasserstoffbrücken) der auf der Zahnoberfläche befindlichen Verunreinigungen (Plaque, Zahnstein, Pellicle) gebunden werden. Diese Verfärbungen können durch Farbstoffe (Chromogene) aus Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Medikamenten, Metallen sowie Bakterien (Melanodontie) entstehen.

Verfärbungen können durch äußere Auflagerungen (s.o.) bedingt sein (extrinsische Verfärbungen) oder auf während der Zahnentwicklung stattfindende Einflüsse bzw. Gegebenheiten, die aus dem Zahn heraus stammen, zurückzuführen sein (intrinsische Verfärbungen; z.B. durch Tetrazycline oder als Folge einer Wurzelkanalbehandlung).

Metalle und deren Salze führen zu charakteristischen Einlagerungen in Zahn und Zahnfleisch. Beispiele hierfür sind:

  • Antimon (II) – beruflich, orange bis gelbbraun
  • Cadmium – beruflich, gelblich / gold
  • Eisen (III) – Medikamente, (grau-)schwarz
  • Kalium – Desinfektion, violett / schwarz
  • Kupfer – Spüllösung, beruflich, grün
  • Nickel – beruflich, grün
  • Silber – Desinfektionslösung, Medikament, graubraun / grauschwarz
  • Zinn – Spüllösung / Zahncreme (Zinnfluorid), goldbraun

Eine Einteilung entsprechend der chemischen Gegebenheiten (N1 bis N3) stammt von Nathoo:

  • N1-Typ: Die Farbstoffe (Chromogene) reagieren direkt mit der Zahnoberfläche (z.B. Genussmittel wie Kaffee, Gemüse- und Obstsäfte wie Heidelbeeren sowie Gewürze wie Curry). Die Farbe des Chromogens ist mit der Zahnverfärbung identisch.
  • N2-Typ: Nach der Einlagerung in das Schmelzoberhäutchen (Pellicle) erfahren die Substanzen eine Farbveränderung. Meist beruht dieser Effekt auf einer chemischen Modifikation der Proteine durch Säuren und Divergentien.
  • N3-Typ: Transformation primär farbloser Substanzen im Sinne einer chemischen Reaktion, häufig in Form der Maillard-Reaktion (Reaktion von Kohlenhydraten mit Lebensmittelproteinen; auch als nicht-enzymatische Bräunungsreaktion bekannt, wie z.B. das Braunwerden einer Apfelscheibe). Ein typischer Vertreter in der Zahnheilkunde ist Chlorhexidin.

Hinweis: Zu diesem Artikel gehört in der Quelle eine Tabelle. Die Tabellendaten werden in einer späteren Ausbaustufe ergänzt.