Melanodontie
Englisch: melanodontia
Melanodontie sind grün- bis braunschwarze Beläge zwischen Zahnfleischrand und Zahn, auch als "black stain" bekannt. Sie treten besonders im jugendlichen Alter auf, meist zwischen 6 und 15 Jahren, seltener auch im Milchzahngebiss. Schulzahnärztliche Reihenuntersuchungen zeigen bei 6- bis 11-Jährigen bei etwa 4 % das Vorkommen von Melanodontie. Verursacht wird sie durch chromogene (farbgebende) Bakterien. Nach der Farbe wird unterschieden (gekürzt nach Hubert E. Schroeder: "Pathobiologie oraler Strukturen"): Schwarz: Zu Beginn punktuelle braun-pigmentierte Stellen, die sich zu dunkelbraunschwarzen, 0,5-1,0 mm breiten Linien zusammenfließen, die girlandenförmig parallel zum Zahnfleischrand verlaufen und an allen Zähnen auftreten. Sie sind schwer entfernbar und erscheinen in etwa 10-20 % der 6- bis 15-Jährigen. Sie bestehen aus dicht gepackten Bakterien (meist grampositiven Stäbchen) und einer Matrix, also einer speziellen Form bakterieller Plaque. Die schwarze Farbe entsteht durch unlösliches Eisensulfid, das wahrscheinlich aus bakteriellem Schwefelwasserstoff und Speichel-Eisen gebildet wird. Grün: Vorwiegend auf den Außenflächen der oberen Frontzähne treten flächenhafte, diffuse, die zervikale Hälfte der Zahnflächen überdeckende, hell bis schmutzig oliv-dunkelgrüne Ablagerungen auf, die schwer zu entfernen sind. Sie kommen in etwa 3-6 % der Kinder vor, deren Zusammensetzung noch nicht vollständig geklärt ist. Neben chromogenen Bakterien und Pilzen werden auch Blutpigmente und Chlorophyll für die Verfärbung verantwortlich gemacht. Orange: Im gingivalen Drittel der Außen- und Innenflächen treten hellrote bis orangefarbene, weiche Ablagerungen auf, die aus verschiedenen Bakterien bestehen. Diese sind selten und nicht genau bekannt. Die Verfärbungen sind im Prinzip harmlos, jedoch ästhetisch störend. In der Regel verschwinden sie nach der Pubertät von selbst. Eine ursächliche Therapie der Melanodontie ist nicht bekannt. Eine zahnärztliche Behandlung der gegen häusliche Mundhygienemaßnahmen äußerst widerstandsfähigen Beläge erfolgt mittels Polierpasten oder Pulverstrahlgeräten (z. B. Air-Flow-System). Auch eine Touchierung der Zähne mit antibakteriell wirkendem Chlorhexidinlack kann erfolgen. Für den Heimgebrauch wurden Erfolge bei der Anwendung von Schallzahnbürsten berichtet.